Gesichter mit schwarz-rot-goldenen Schminkfahnen, jubelnde Menschenmengen und Hunderte Bierkrüge – mit dem Abendspiel an diesem Freitag zwischen Deutschland und Schottland in München ist der erste Anpfiff der Europameisterschaft 2024 hörbar. Die Atmosphäre des Public Viewings lassen sich viele Wirte und Biergärten auch im Landkreis Dachau nicht nehmen – sogar auf dem Siedlerfest in Karlsfeld kann bald kollektiv gejubelt werden.
Das Siedlerfest beginnt allerdings erst am 28. Juni. Doch auch davor gibt es zahlreiche Gaststätten, die die Spiele zeigen: Für das erste Spiel am Freitagabend zwischen Deutschland und Schottland etwa steht die Familie Lachner vom Brunnenwirt in Dachau schon freudig bereit. Die Schirme seien aufgebaut, und kurz vor Anpfiff würden zwei große Flatscreens aufgestellt, wie Inhaber Michael Lachner erzählt. In geselliger Atmosphäre finden draußen 60 bis 70 Gäste Platz, für Essen ist bis 21.30 Uhr gesorgt. Und sollte es regnen, sei das kein Problem: Ein Bildschirm in der Gaststätte stehe schon bereit. Auch wenn der Brunnenwirt zunächst nur die deutschen Spiele „und natürlich später die wichtigen finalen Runden“ zeigen will, wollen sie ihren Gästen bei großer Nachfrage mehr Public Viewing anbieten.
Im italienischen Restaurant Rossini hängen schon die bunten Flaggen einiger europäischer Nationen, doch vorerst werden dort nur die italienischen und deutschen Spiele gezeigt. Auch hier ist der regnerische Sommer kein Problem, darauf sind die Gastronomenbrüder Marco und Christian Di Pasquale bereits vorbereitet. Sie raten aber: Wer zum Spiel Pizza und Lasagne vom Blech genießen möchte, sollte sicherheitshalber reservieren.
Nicht alle springen auf den EM-Hype auf
Auch die Gaststätte Lara’s vom Sport- und Freizeitverein ASV in Dachau ist voll im EM-Fieber. Hier können Gäste alle Spiele gebannt verfolgen, denn wie Yonca Erdem von der Wirtsmannschaft betont: „Wir sind hier international!“ Bei schlechtem Wetter ist man auch hier gut vorbereitet, um gut 75 Gäste auch überdacht unterhalten zu können. Bei gutem Wettet haben sogar noch mehr Fußballfans Platz: Dann bietet das Lara’s Platz für 150 Gäste. Und auch im Luja an der Frühlingsstraße ist Fußball eingeplant: Die Fernseher sind bereits fest verbaut, jetzt fehlt nur noch der Anstoß.
In Karlsfeld freuen sich die Stammgäste der Sound Hütt’n auf alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft, die auf einer Großleinwand gezeigt werden. Auf dem Karlsfelder Siedlerfest, das vom 28. Juni bis 8. Juli am Karlsfelder See nicht nur Fußballfans anzieht, werden alle Spiele übertragen. Festwirt Peter Brandl betonte bereits bei der Bierprobe: „Die EM ist keine Ausrede, nicht zum Siedlerfest zu kommen.“
Doch längst nicht alle Wirte im Landkreis springen auf den EM-Hype auf. Die Schlosswirtschaft Mariabrunn etwa zeigt die Spiele nicht, weil der Ort auch ein Wallfahrtsort ist und sie die Andächtigen nicht stören wollen. Und manche warten auch erst mal ab, wie weit Deutschland bei der EM überhaupt kommt: Jonas Hoffmann von der Vereinsstätte TSV Dachau etwa möchte sich noch offen halten, ob er in der „K.o.-Phase“ Spiele zeigt.

