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Wieder Wechsel in der Führung:Helios-Geschäftsführer Thomas Eberl geht

Thomas Eberl Geschäftsführer

Nach fünf Monaten nimmt Helios Chef Thomas Eberl Abschied.

(Foto: Privat/oh)

Kreisrat Leiß: Der dritte Personalwechsel in zwei Jahren zeugt von einem grundsätzlichen Problem am Amperklinikum

An den Helios Amper-Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf steht erneut ein Wechsel an. Ende Januar wird Thomas Eberl die Geschäftsführung wieder abgeben. Erst im September hat er die Leitung der Krankenhäuser übernommen. Grund für diesen Schritt seien nicht, wie zu vermuten wäre, die etwas schwierige Situation im Klinikum, sondern "private Gründe". Die Pfleger klagen schon seit Monaten über eine extrem angespannte Personalsituation auf den Stationen. Mehrere Betten sind seit Wochen gesperrt, weil niemand sie betreuen kann. Die Arbeitsüberlastung nehme überhand, monieren Betriebsrat und Gewerkschaft. Mehrere Streiks haben bereits stattgefunden, die Tarifverhandlungen laufen noch, doch die Positionen scheinen festgefahren, eine Urabstimmung ist im Gange.

Herausforderung, zeitnah einen Nachfolger zu finden

Für einen Geschäftsführer ist dies keine einfache Situation. Doch daran soll es nicht liegen. Eberl habe sich entschieden, die Geschäftsführung des elterlichen Hotelbetriebs in Bad Tölz zu übernehmen. "Familiäre Hintergründe machten diese kurzfristige Entscheidung für ihn notwendig", heißt es in einer Pressemitteilung. "Sein Entschluss kam für uns alle sehr überraschend", erklärt Marcus Sommer, Vorstand der Helios-Amper-Kliniken. "Auch wenn ich seine Beweggründe persönlich nachvollziehen kann, so stehen wir jetzt vor der Herausforderung, zeitnah einen Nachfolger zu finden." Die Neubesetzung der Geschäftsführung habe nun oberste Priorität. Interimsweise wird Sommer die Leitung der Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf übernehmen. 450 Betten hat das Krankenhaus.

Die Situation an der Klinik treibt auch Kreisrat Sebastian Leiß (Freie Wähler Dachau) um. Er übt scharfe Kritik an Landrat Stefan Löwl (CSU). Leiß wünscht sich mehr Transparenz und Kontrolle, wenn es um die Kliniken geht. Er fühlt sich nicht gut genug informiert. "Es entstehe der Eindruck, der Landrat habe wenig Interesse" daran, moniert er. Allein schon die Nachricht, dass der Geschäftsführer nach nur drei Monaten in Dachau schon bald wieder gehen wird, erzürnt Leiß. "Damit würde die Geschäftsführung zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren ausgetauscht." Derart häufige Personalwechsel zeugen von einem "grundsätzlichen Problem an der Klinik". Es fehle an Kontinuität, so Leiß. Langfristige Strategien könnten so nicht umgesetzt werden. Dabei sei es gerade in diesen doch etwas turbulenten Zeiten wichtig, Ruhe einkehren zu lassen. Am meisten irritiert den Kreisrat aber, dass er von dem Wechsel an der Spitze der Klinik nicht vom Landrat erfahren hat.

"Offensichtlich fehlt es an Kommunikation und Kontrolle - auch von Seiten des Landrats", meint Leiß. Löwl sitzt bekanntermaßen als stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat des Klinikums und hätte demnach Bescheid wissen müssen. Offenbar habe der Landrat jedoch wenig Interesse an "Transparenz und einer Mitwirkung des Kreistags", wenn es um das Dachauer Krankenhaus gehe, schlussfolgert der Kreisrat. Löwl beteuert, dass auch er nur aus der Zeitung von dem Personalwechsel weiß.

Kreisrat Leiß fordert einen Krankenhausausschuss

Leiß fordert nun, dass der Kreistag einen eigenen Krankenhausausschuss bildet, der die Aktionärsrechte des Landkreises effektiv ausüben kann, der 5,1 Prozent der Anteile hält. Ein entsprechender Antrag von Leiß wird in der Kreisausschusssitzung am Freitag, 8. Dezember, behandelt. Nicht nur im Hinblick auf Transparenz sei solch ein Gremium wichtig, sondern auch deshalb, weil man als Krankenhausausschuss aktienrechtliche Befugnisse habe, erklärt Leiß.

"Die bisherige Praxis, Krankenhausbelange einmal jährlich im Rahmen des Beteiligungsberichts im Kreistag auf die Tagesordnung zu bringen, ist wenig zielführend", so Leiß. Als "bezeichnend" empfindet der Kreisrat die Äußerung des Landrats, der den beantragten Krankenhausausschuss bereits öffentlich als "überflüssig" abgetan habe. Die Aktien werden von einer Stiftung des Landkreises gehalten, erklärt Löwl indes. Der Stiftungsrat, der die Entscheidungen trifft, ist der Kreisausschuss. Deshalb sei es gut in diesem Gremium zu diskutieren.

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