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Energieberater:Bewusster leben für die Umwelt

Energieratgeber

Schüler präsentieren mit Seminarleiter Dominik Bichler, Schulleiter Andreas Höhenleitner, Landrat Stefan Löwl und Esmeralda Schlehlein die Broschüre.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Gezielt im Internet surfen, kein neues Handy kaufen, wenn das alte noch funktioniert: Indersdorfer Gymnasiasten geben jungen Leuten in einem Ratgeber Tipps, wie sie Energie sparen können

Von Robert Stocker, Dachau

Der Umgang mit Smartphone und Computer ist für junge Leute selbstverständlich. Doch wie geht man mit solchen Geräten um, ohne unnötig Energie zu verschwenden? Mit dieser und vielen weiteren Fragen zum Klimaschutz haben sich Schüler des Indersdorfer Gymnasiums in einem P-Seminar beschäftigt. Ergebnis der einjährigen Arbeit ist ein Energieberater, der jetzt in Form einer Broschüre vorliegt. Er spricht besonders Jugendliche und junge Erwachsene an. Damit die zusammengestellten Informationen an möglichst viele Verbraucher gelangen, wird die Broschüre mit einer Auflage von tausend Stück breit gestreut. Exemplare liegen nicht nur am Landratsamt, sondern auch in Schulen und Arztpraxen aus.

Zielgruppe: junge Leute

Der Themenbereich Energie und Umwelt gehört zum Lehrplan der zehnten Klassen der Gymnasien im Fach Chemie. Dass sich die zehn Indersdorfer Gymnasiasten, die jetzt die zwölfte Klasse besuchen, in einem P-Seminar damit beschäftigt haben, liegt an der Bedeutung und Aktualität der Thematik. "Wir haben bei der Produktion des Ratgebers selbst viel gelernt", sagt Jonas Felber, der mit einigen seiner Mitstreiter den Energieberater am Mittwoch im Landratsamt vorstellte. "Es war überraschend, wie viele Kleinigkeiten zusammenwirken." Eine wichtige Zielgruppe des Ratgebers sind junge Leute. Sie nutzen ganz selbstverständlich Elektrogeräte, ohne sich zu fragen, welche Energie dafür nötig ist. Energieträger seien nur begrenzt verfügbar, deshalb müsse man auf Energiesparen und eine höhere Effizienz stärker achten, heißt es im Vorwort des Ratgebers.

Die Schüler arbeiteten eng mit der neuen Klimaschutzbeauftragten des Landratsamts, Esmeralda Schlehlein, und Johann Liebl von der Kreisentwicklung zusammen. Das Landratsamt steuerte auch die Druckkosten bei. Den eigenen Beitrag zur Klimaveränderung spüre man nicht, doch er habe sehr wohl weltweite Folgen für das Klima, sagte Landrat Stefan Löwl bei der Vorstellung des Projekts. Die Schule wolle ein nachhaltiges Angebot schaffen, betonte der Leiter des Indersdorfer Gymnasiums, Andreas Höhenleitner. Seminarleiter Dominik Bichler machte darauf aufmerksam, dass die Homepage des Gymnasiums auf den Energieberater hinweisen wird - mit einem Link für einen Download, der über die Klimaschutzseite des Landkreises möglich ist.

Alte Geräte im Handyshop abgeben

Den Energieberater haben die Schüler Thorben Horn, Tizian Bichler, Dominik Asam, Jonas Felber, Thomas Kopp, Sven Doll, Matthias Faustus, Alexander Rieger, Hennis Engler und Aron Sturm zusammengestellt. Er befasst sich mit dem Umgang mit Elektrogeräten, dem sogenannten ökologischen Fußabdruck und der Verschwendung von Lebensmitteln. Die Beiträge sind gut verständlich formuliert und sprechen besonders junge Menschen an. So erklären die Autoren, dass es täglich weltweit 7,8 Milliarden Suchanfragen über Google gibt, die eine Energie von 2340 Megawattstunden verbrauchen. Die Schüler rufen deshalb zu einem bewussteren Surfen auf; jeder soll sich genau überlegen, was er suchen will. Beim Thema Handy legen sie dar, dass für die Produktion eines Smartphones wesentlich mehr Energie nötig ist als für den Betrieb des Geräts. Die Schüler appellieren deshalb, kein neues Handy zu kaufen, so lange es nicht nötig ist. Die alten Geräte sollten in einem Handyshop oder in einem Recyclinghof abgegeben werden. Der ökologische Fußabdruck gibt die Fläche an, die ein Mensch durch sein Lebens- und Konsumverhalten in Anspruch nimmt. Für die Produkte werden Rohstoffe und Energie benötigt, die auf Flächen in der Natur hergestellt werden. Der Umfang dieser Flächen, schreiben die Autoren, hängt vom persönlichen Lebensstil ab. Fiktive Personen dienen als Beispiel, wie sich der persönliche Lebensstil auf die Umwelt und den Energieverbrauch auswirkt. Der Energieberater appelliert deshalb, auf Flugreisen möglichst zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad zu nutzen. Auch Lebensmittel sollten nicht verschwendet werden. Wer sie wegschmeißt, vergeude auch Energie.

© SZ vom 22.12.2016

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