Eissportstadion Peinlicher Auftritt vor der Wahl

Die CSU geht in eine trotzige Verweigerungshaltung, nicht einmal über den Standort einer Eissporthalle des ESV Woodpeckers wird diskutiert - die Stadträte stellen sich bei den Bürgern ins Abseits

Von Viktoria Großmann

Nur in einer perfekten Welt wäre der SPD-Antrag zum Bau des Eisstadions einstimmig gefasst worden. Aber er hätte mit neun zu sechs Stimmen gefasst werden sollen. Die CSU hat sich in eine trotzige Totalverweigerung begeben, Edgar Forster von den Freien Wählern Dachau ist aus grundsätzlicher Sparsamkeit dagegen. Rätselhaft bleibt die Haltung von Grünen und ÜB. Die Argumente für das Projekt, das von Bund Naturschutz, VR Bank, Sportverbänden und vom CSU-Landtagsabgeordneten Seidenath unterstützt wird, sind evident. Über die Größe kann man streiten, doch das wurde gar nicht getan. Lediglich FDP-Stadtrat Jürgen Seidl äußerte klar und nachvollziehbar, warum er dem Projekt - noch - nicht zustimmen könne. Gemeinsam ist den Verweigerern, dass sie eine Chance verpasst haben und sich ein Jahr vor der Wahl als Stadträte, die ein Gespür für die Bedürfnisse einer Stadt haben sollten, völlig unmöglich gemacht haben.

Das Projekt des ESV hat wie alle Vorhaben einen großen Nachteil. Es ist verdammt teuer. Das als Hinderungsgrund anzuführen, ist von Stadträten, denen für den ASV und den TSV oft nichts zu teuer ist, scheinheilig. Sich zu den demonstrierenden Jugendlichen zu stellen, mit ihnen für das Stadion zu rufen und sich dann daraufhin zurückzuziehen, nicht stimmberechtigt zu sein, entbehrt jeder Beschreibung. Der Beschluss über das ESV-Stadion ist skandalös. Weil er jegliches gemeinsames Arbeiten, jeglichen konstruktiven Austausch, jede Wertschätzung für das Engagement von Bürgern vermissen lässt. Die Stadträte hätten sich zumindest auf einen Standort verständigen müssen - denn eine Mehrheit für die Wallbergstraße findet sich offenbar. So sind zwei Vereine blockiert. Noch schlimmer: Eine Eislaufhalle am ASV-Gelände wird vermutlich aus planungsrechtlichen Gründen platzen. Bis dahin wird noch mehr Zeit und Geld verschwendet.