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Ein vielseitiges Angebot:Mehr Kurse und Teilnehmer

Die Volkshochschule Karlsfeld zieht eine positive Bilanz

Von Christiane Bracht, Karlsfeld

Die Leiterin der Volkshochschule (VHS) Karlsfeld Daniela Niedermeier zieht eine positive Bilanz: "Mehr Kurse und mehr Teilnehmer", fasst sie in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses knapp zusammen. Das hörten die Gemeinderäte gern. Vor allem Verbraucherthemen seien 2019 gefragt gewesen, wie etwa erben, Baufinanzierung oder früher in Rente gehen, sagt sie. Sehr gut lief auch das Selbstschutztraining für Grundschulkinder. Insgesamt bot die Vhs 426 Kurse an, fast 100 mehr als 2018.

Die weitaus meisten Kurse sind aus dem Bereich Gesundheit (212). Die zweitgrößte Sparte machen die Sprachen aus. Wer will kann hier Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Chinesisch lernen, auch Deutsch als Fremdsprache wird angeboten. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Maisach und Olching wird das Repertoire voraussichtlich noch erweitern, denn dort werden auch "exotischere Dinge" offeriert, wie etwa Gebärdensprache oder Norwegisch, berichtet Niedermeier. Obwohl die VHS für die Erwachsenenbildung zuständig ist, versucht sie auch jüngere Leute auf sich aufmerksam zu machen. So gibt es eine Kooperation mit der Karlsfelder Mittelschule. Im Zuge dessen bietet die Vhs Deutschklassen an, als Unterstützungsunterricht für Kinder aus den Übergangsklassen. Außerdem werde derzeit über einen Italienischsprachkurs für Mittelschüler nachgedacht, damit ein Austausch mit der Karlsfelder Partnerstadt Muro Locarno in Gang gebracht werden kann. Auch bei der Vorbereitung auf das "Quali" hilft die VHS, aber die Kurse seien nicht sehr gefragt, denn die Schule biete selbst viel an, so Niedermeier. Im übrigen werde die Einrichtung nur für ihre Erwachsenenbildung gefördert. Trotzdem unterstützt sie auch das Ferienprogramm "Mini-Karlsfeld".

Erstmals hatte Niedermeier eigene Reisen organisiert: zwei nach Albanien und eine nach Südafrika. "Das hat viele Leute in die VHS gebracht", sagte sie. Denn es gab mehrere Informations- und Vortragsveranstaltungen im Vorfeld. Auch die Reisen selbst interessierten die Karlsfelder mehr als die, die über andere Volkshochschulen organisiert sind. "Es ist mehr auf Karlsfeld konzentriert", erklärte die Leiterin. Man kenne einige Mitreisenden daher schon und auch die Begleiter. Insofern sei der Zweck des Angebots mehr als erfüllt: Leute zusammenbringen und Kultur erleben.

Neu ist auch, dass die VHS Karlsfeld jetzt ein eigenes Heft mit ihren Kursen und Vorträgen herausbringt und nicht mehr Teil von Dachau ist. Der Vorteil: "Man findet uns schneller", sagte Niedermeier. Auch auf Facebook, Instagram und auf nebenan.de ist das Angebot präsent. Das vergrößert die Reichweite und macht sich in den Teilnehmerzahlen bemerkbar: 3310 waren es 2019, etwas mehr als im Vorjahr. 75 Prozent sind aus Karlsfeld, viele kommen auch von Allach herüber. Doch Niedermeier macht sich bereits Sorgen, dass das bald nicht mehr so sein könnte, wenn die Münchner Volkshochschule in einem der neuen Gebäude am Bahnhof ebenfalls Kurse anbietet. Das Hauptklientel ist im Alter von 35 bis 75 Jahren, nur ein Viertel etwa ist männlich.

© SZ vom 06.03.2020

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