Jugendliche„Ehrenamt bringt Farbe ins Leben“

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Im Max Mannheimer Haus reden Jugendliche darüber, warum man sich ehrenamtlich engagieren sollte.
Im Max Mannheimer Haus reden Jugendliche darüber, warum man sich ehrenamtlich engagieren sollte.
Toni Heigl

Was bewegt Jugendliche dazu, ein Ehrenamt zu übernehmen? Eine Initiative des Bayerischen Jugendrings will dies mithilfe von Regionalkonferenzen wie zuletzt in Dachau herausfinden.

Von Carolin Luttinger, Dachau

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Drei große Tische stehen in einem Raum des Max Mannheimer Hauses, Acrylfarben und Holzbretter liegen nebenan bereit. Die Schulband des Josef-Effner Gymnasiums, die für das Event gebucht wurde, macht ihren Soundcheck. Langsam finden sich Besucherinnen und Besucher am Ort des Geschehens ein – insgesamt 25 Jugendliche und Erwachsene werden es am Ende sein. Einen Großteil der unter 20-Jährigen machen die vierköpfige Schulband A Noon und zwei Techniker des Josef-Effner Gymnasiums aus.

Die Initiative „Jung und engagiert“ hat zu einer Konferenz ins Max Mannheimer Haus geladen, um herauszufinden, was Jugendliche zur Übernahme eines Ehrenamtes bewegen könnte. Die Veranstaltung in Dachau fand so ähnlich auch schon in anderen Städten statt. Das Projektteam versucht, „möglichst groß in die Fläche und auf das Land zu gehen“, erklärt Konrad Dreyer, Referent für digitale Kommunikation. Ziel der Initiative des Bayrischen Jugendrings (BJR) ist es, Maßnahmen und Ideen für die künftige Gestaltung des Ehrenamtes zu finden, die Jugendliche mobilisieren.

Wie sieht das perfekte Ehrenamt aus?

Zu Beginn der Konferenz sollen alle Teilnehmenden „brainstormen“, wie das perfekte Ehrenamt für sie aussehen würde. Die Vorstellungen sind individuell, trotzdem kommen zentrale Themen wie Selbstverwirklichung und Gemeinschaft immer wieder vor. Julia Stoichescu, Sängerin der Schulband, ist persönlicher Kontakt besonders wichtig, sie will „von Anfang an Zugehörigkeit“, damit die Motivation bestehen bleibt. Maximilian Meudt, Gitarrist von A Noon, sagt, ihm sei „gute Organisation“ wichtig.

Die Ideen der Jugendlichen will das Projektteam in einen Katalog notieren und dem Sozialministerium übergeben. Schon bei der ersten Regionalkonferenz hatten sich Wünsche abgezeichnet. Laut Projektkoordinatorin Sarah Lehner wurde Zeitmanagement bei ehrenamtlicher Tätigkeit diskutiert und der schwere Zugang zu den Angeboten kritisiert. Trotzdem sagt sie: „Man merkt schon, dass Interesse das ist.“

„Viele kennen die Vielfalt nicht“

Derzeit engagieren sich in Deutschland mehr als 40 Prozent der über 14-Jährigen freiwillig in einem Ehrenamt, einige wissen laut Projektmitarbeiterin Hermine Puche aber gar nicht, dass sie ehrenamtlich tätig sind. „Viele kennen die Vielfalt nicht“, sagt sie. Obwohl sich nach wie vor viele Personen engagieren und die Mitgliederzahlen stabil sind, melden laut „ZiviZ-Survey 2023“ weniger Vereine einen Mitgliederzuwachs als zuvor.

Derzeit würden sich die Formen von Engagement verändern und klassische Strukturen aufbrechen, sagt Dreyer. Viel finde mittlerweile online statt, wie Petitionen oder sogar Demonstrationen, man sollte diese „Veränderung mit aufnehmen“. Wo und wie das funktioniert wolle man sich im Laufe des Projektes ansehen. „Das ist, was wir herausfinden wollen“, sagt Lehner.

Künstlerische Darstellung über ehrenamtlichen Engagement bei der Regionalkonferenz Dachau.
Künstlerische Darstellung über ehrenamtlichen Engagement bei der Regionalkonferenz Dachau.
Foto: Initiative Jung&Engagiert

Ein Fokus der Initiative liegt auf Migration, denn der Beitritt zu einem Verein sei oft über Generationen hinweg Tradition. Das mache es für eingewanderte Menschen schwierig, Anschluss zu den Strukturen zu finden. Neben den Regionalkonferenzen veranstaltet das Team noch fünf Ideenwerkstätten, die Erste findet am 21. Mai in Augsburg statt. Im Juni geht zudem eine Website online, auf der man Input zum Thema geben kann.

Gegen Ende der Regionalkonferenz in Dachau geht es für die Teilnehmenden nun an Pinsel und Farbe. Sie sollen zeichnen, was Ehrenamt für sie bedeutet, dafür stehen Farben und Holzplatten zur Verfügung. Eine Gruppe beginnt, die Fläche mit grau zu bedecken, um später Farbkleckse darauf zu malen.  „Das Leben ist eine große Grauzone“, erklärt Maximilian Meudt.  Und die bunten Flecken sind dann das Ehrenamt. „Ehrenamt bringt Farbe ins Leben“, ergänzt Luis Huber.

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