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E-Mobilität:16 Ladesäulen für Elektro-Autos

Dachau investiert 240 000 Euro in neue Infrastruktur im Stadtgebiet

Noch dominieren Fahrzeuge mit klassischen Verbrennungsmotoren das Stadtbild, doch mehr und mehr sind auch E-Autos in Dachau unterwegs. Aktuell laufen 2,8 Prozent der im Landkreis zugelassenen Fahrzeuge mit Strom oder sogenannter Plug-in-Technik, allein im vorigen Jahr ist dieser Anteil um 50 Prozent gewachsen. Für die Dachauer Stadtwerke, die bislang den Markt der E-Mobilität nur beobachtet haben, ist damit jetzt der Zeitpunkt gekommen, einzusteigen in das Geschäftsfeld der Lade-Infrastruktur. "Weil wir nicht die Letzten sein wollen", wie Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) den Stadträten im Werkausschuss erklärte.

Eine Analyse, wo Ladesäulen im Stadtgebiet einerseits vermutlich genutzt werden, andererseits technisch auch machbar sind, legte der städtische Energieversorger den Stadträten vor. Das Fazit: An 16 Standorten vom Parkplatz am Waldfriedhof über mehrere Stellen am Unteren Markt bis zum Ernst-Reuter-Platz und dem Gewerbegebiet Dachau-Ost könnten sinnvoll Ladesäulen installiert werden. Auch wenn das Abrechnungssystem solcher Stromtankstellen nach wie vor kompliziert ist und klassische Kredit- oder EC-Karten nicht genutzt werden können, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Robert Haimerl beklagte. "Wir sind leider davon abhängig, was die Hersteller anbieten." Das Konzept, dieses neue Geschäftsfeld für die Stadtwerke zu erschließen, billigten die Stadträte einstimmig. Die Kosten für Installation und Netzanschluss von 16 Säulen werden 240 000 Euro betragen. Weil so viel Geld für das Vorhaben nicht im Etat eingeplant war, gaben die Stadträte 190 000 Euro an außerplanmäßigen Mitteln für dieses Projekt frei. Dabei sind die jetzt geplanten Elektro-Tankstellen erst der Anfang, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Haimerl. "Wenn sich der Markt entwickelt, werden wir das Netz weiter ausbauen." Da nicht alle Dachauer die Möglichkeit haben, in der heimischen Garage oder am Arbeitsplatz ein E-Fahrzeug zu laden, werde mit dem Ausbau der Elektromobilität auch der Bedarf an öffentlichen Ladestationen wachsen, ist Haimerl überzeugt. Auf Anregung von Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) wird auch geprüft, ob die Stadtwerke nach dem Vorbild von Elmshorn oder Regensburg nicht auch gleich noch ein Car-Sharing-Angebot mit Elektro-Fahrzeugen aufbauen sollten.

© SZ vom 24.05.2019 / pes

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