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Die Zeit drängt:Engpass in der Kinderbetreuung

Weil die Nachfrage stark gestiegen ist, braucht die Gemeinde Markt Indersdorf weitere Krippenplätze

Die Gemeinde Markt Indersdorf muss so schnell wie möglich zusätzliche Betreuungsplätze für Kleinkinder schaffen. Wegen der stark gestiegenen Nachfrage für das Betreuungsjahr 2017/18 gibt es derzeit zu wenig Krippenplätze in der Gemeinde. So liegen für die Krippe in Niederroth 28 Anmeldungen vor; in der Tageseinrichtung sind aber nur noch drei Plätze frei. Die Gemeinde will deshalb eine weitere Krippengruppe mit 15 Plätzen eröffnen. Sie sollen im Turnraum des Kindergartens Niederroth entstehen, der in einen Gruppenraum umgebaut wird. Das hat der Gemeinderat einstimmig in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen.

Während es zu Beginn des Betreuungsjahrs 2016/17 viele freie Plätze in der Niederrother Kinderkrippe gab, ist die Nachfrage für das Betreuungsjahr 2017/18 stark gestiegen. "Wir haben eine Explosion von Anmeldungen", alarmierte Bürgermeister Franz Obesser (CSU) den Gemeinderat. "Wir müssen uns Gedanken über weitere Plätze machen und neue Kapazitäten schaffen." Die Zeit drängt: In fünf Monaten beginnt das neue Betreuungsjahr. Bis dahin sollen weitere 15 Krippenplätze in Niederroth entstehen. Geplant ist, den Turnraum im ersten Stock des Kindergartens zu einem Gruppenraum auszubauen. Der Turnraum soll im zweiten Obergeschoss untergebracht werden. Das Landratsamt, so der Bürgermeister, habe schon sein Einverständnis signalisiert. Die Arbeiten solen so schnell wie möglich beginnen. CSU-Gemeinderat Olaf Schellenberger erinnerte sich daran, wie er selbst Krippenplätze für seine Kinder suchte, als er mit seiner Familie nach Indersdorf zog. "Das war nicht leicht", so Schellenberger. Für berufstätige Eltern mit Kleinkindern sei diese Betreuung wichtig, unter bestimmten Voraussetzungen hätten sie auch einen Rechtsanspruch. "Wir müssen die Krippenplätze in Angriff nehmen." Hemut Ebert (Freie Wähler) wollte wissen, wie viele Kinder aus anderen Kommunen einen Betreuungsplatz in Markt Indersdorf haben. Diese Zahl sei vernachlässigbar, stellte Obesser fest. Wenn es Engpässe in den Kindertageseinrichtungen gebe, sei dies das erste Kriterium für eine Absage. Engpässe gibt es aber auch beim Personal. Der Bürgermeister appellierte an die Gemeinderäte, für die zusätzlich benötigten Erzieherinnen und Erzieher zu werben. Zunächst müsse die Gemeinde in den Umbau investieren. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

In den Kindergärten reichen die vorhandenen Plätze gerade noch aus. Für die Kinder von Familien, die in die neuen Wohngebiete ziehen, gibt es laut Obesser kaum mehr Kapazitäten. Die Verwaltung will deshalb Gespräche mit den freien Trägern führen, ob in deren Einrichtungen ein Ausbau möglich ist. Außerdem will die Gemeinde prüfen, ob das Haus für Kinder ausgebaut werden kann oder eine neue Tageseinrichtung gebaut werden soll. Im Hort Haus für Kinder werden derzeit 135 Schulkinder betreut. Nicht alle angemeldeten Schulkinder erhalten im Jahr 2017/18 einen Platz. Die Betriebserlaubnis wurde auf 220 Plätze (inklusive Kindergarten) erhöht und bis zum 31. August 2018 befristet. Eine Schulkindergruppe mit 25 Plätzen ist in der Grund- und Mittelschule ausgelagert. Die Gemeinde will die Betriebserlaubnis für diese Räume verlängern lassen. Zudem will die Verwaltung prüfen, ob die bestehende Mittagsbetreuung bis 14 Uhr auf 16.30 Uhr verlängert wird.

Wie die jüngste Umfrage im März ergeben hat, brauchen im Betreuungsjahr 2018/19 bisher 13 Sorgeberechtigte einen Krippenplatz. 2017/18 gibt es einen Bedarf für 30 Kinder. Insgesamt hält die Gemeinde 505 Plätze in Kindertageseinrichtungen vor. 332 Plätze gibt es in den gemeindlichen Einrichtungen (Kindergarten Langenpettenbach, Kindergarten Niederroth, Haus für Kinder), 128 im kirchlichen Kindergarten St. Vinzenz, 25 Plätze im Elterninitiativkindergarten "Biberbande" und 20 im Waldkindergarten "Die Eichhörnchenbande".

© SZ vom 28.04.2017

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