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Die Grünen:Zwischen Kontinuität und Aufschwung

Ulrich und Helga Rauhut, Renate Heyden-Klentzan, Ulrich Wienforth und Johannes Stein führen nun die Grünen in Röhrmoos an.

(Foto: oh)

Die GUL in Röhrmoos sind nun die neuen Grünen. Mit der Umbenennung erhofft sich der Vorstand mehr Anhänger

Seit 30 Jahren schon sind die Grünen in Röhrmoos aktiv - auch im Gemeinderat. Allerdings bislang immer unter dem Namen Grüne Unabhängige Liste (GUL). Das hat sich nun geändert: Die Mitglieder haben sich entschieden, sich umzubenennen und so gründeten sie den fünften Ortsverband der Grünen im Landkreis. Bisher gibt es in Dachau, Karlsfeld, Haimhausen und Petershausen einen Ortsverband.

Der pensionierte Gymnasiallehrer Ulrich Rauhut ist nun Sprecher, der Ökolandwirt Johannes Stein sein Stellvertreter. Außerdem wurde am 14. März Renate Heyden-Kletzan als 100. Mitglied der Grünen im Landkreis beglückwünscht. Neben ihr sind Helga Rauhut und Ulrich Wienforth weitere Beisitzer des neuen Ortsverbandes in Röhrmoos.

Die Gründung des Ortsverbandes kann man auch als positive Konsequenz des Erfolges der Grünen in der Landtagswahl in Bayern im Oktober 2018 sehen - ein Aufschwung, der nachwirkt. Doch Ulrich Rauhut erklärt, dass die Gründung unter anderem einen praktischen Grund hatte: "Bei Wahlen kam es immer wieder vor, dass Neubürger in den Wahlbüros mit dem Begriff "GUL" nichts anfangen konnten. Das wollten wir ändern." Nun können sie sich offiziell als "Grüne" bezeichnen, ein Label, das die Bürger schnell wiedererkennen, so der Sprecher des Ortsverbandes.

Weitere Vorteile sind, dass die Röhrmooser nun finanzielle Unterstützung bekommen und in das Netzwerk der Grünen eintreten können. Rauhut sieht vor allem das Knüpfen neuer Kontakte als große Chance, während sich Jutta Krispenz, Sprecherin des Kreisverbandes, über die Verstärkung freut: "Jetzt ist ein großer Teil des Landkreises abgedeckt.", sagt sie.

Der Ortsverband vertritt nach wie vor dieselben politischen Intentionen wie schon seit der Gründung der GUL im Jahr 1989, betont Ulrich Wienforth. Sie überschnitten sich aber mit der Programmatik der Grünen allgemein. Mit der Namensänderung hofft der Ortsverband nun, in der Bevölkerung bekannter zu werden. Denn: "Mit den Grünen aber verbindet jeder sofort bestimmte Ziele." Wienforth erklärt aber auch: "Wir kümmern uns in erster Linie um die Themen vor Ort. Aber viele Angelegenheiten decken sich natürlich mit jenen der Bundespolitik, wie beispielsweise der Klimawandel."

Zehn Mitglieder hat der Ortsverband Röhrmoos. "Zweistellig!", lacht Rauhut stolz. Er ist zuversichtlich. Kämpfer wie die junge Greta Thunberg aus Schweden und die zahlreichen Teilnehmer der Demo "Mia hams satt" in München würden zeigen, dass sich Gesellschaft und Politik im Wandel befinden. Dass der Zuspruch für die grüne Partei in der Gesellschaft wächst, das zeige auch das erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen!". "Immer mehr Leute schauen nicht mehr zu, sondern fangen an zu handeln", sagte Rauhut. "Wir geben zukunftsorientierter Politik in Röhrmoos jetzt ein Gesicht" - und eine Anlaufstelle. Die ersten Erfolge zeigten sich bereits: Die Grünen bekommen Verstärkung durch zwei neue junge Mitglieder, die sich bei der Erstsitzung am 11. April mit beteiligen werden. "Nun müssen wir uns erst mal sammeln und uns über konkrete Programmpunkte verständigen", sagt Wienforth über das weitere Vorhaben.

Zunächst soll Internetauftritt in Angriff genommen werden, sowie Diskussionen zur Europawahl. Bis zum Herbst will der Ortsverband 20 Namen auf der Liste für die Kommunalwahl 2020 haben. Für diese erhoffen sich die Grünen große Unterstützung der Bevölkerung: "Mit Blick auf die Kommunalwahl nächstes Jahr freuen wir uns vor allem über den zunehmenden Wunsch der Menschen, ihren Lebensraum zukünftig als Mitglied von Stadt- und Gemeinderäten mitzugestalten.", erklärt Krispenz.

Wienforth sieht in dem Ortsverband allerdings weniger einen Neuanfang, sondern eher eine Form von Kontinuität. Die Ziele der Politiker scheinen jedoch recht konkret zu sein. So denken die Grünen schon jetzt über einen weiteren Ortsverband nach, um im Landkreis noch stärker vertreten zu sein.