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Deutsch-polnische Partnerschaft:Im Gespräch bleiben

Landkreis nimmt an internationaler Konferenz in Oświęcim teil

Den Dialog zwischen Polen und Deutschland aufrecht zu erhalten und gar zu stärken hat sich eine internationale Konferenz im polnischen Oświęcim zur Aufgabe gemacht, an der eine Delegation aus dem Landkreis Dachau teilnahm. Die beiden Landkreise verbindet eine Partnerschaft. "Wie reden und worüber? Dialog in der Krise" lautete der Titel der Konferenz. Eingeladen hatte der Leiter der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz (IJBS) Leszek Szuster. Die dreitägige Konferenz, die in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz Komitee veranstaltet wurde, war als Antwort auf die Debatten, die weltweit um das neue polnische Gesetz über das Institut für Nationales Gedenken ausgelöst worden sind, gestaltet. Die Referenten erklärten, dass die Kontroversen um die Bedeutung von Auschwitz das Verhältnis zwischen jüdischen und polnischen Auschwitz-Überlebenden und die Beziehungen zwischen Polen, Israel, Deutschland und den USA stark belasteten. "Sie können sich bestimmt vorstellen, wie die jetzige Situation uns alle in diesem Haus beschäftigt und belastet", sagte der Jugendbegegnungsstättenleiter Szuster zu Beginn der Tagung. "Gerade deshalb liegt uns daran, jetzt mit Euch - unseren Freunden, Projekt- und Gesprächspartnern, ein dringendes Zeichen dafür zu setzen, dass in der IJBS der Dialog zwischen Polen und Deutschen innerhalb der Zivilgesellschaft fortgeführt wird und von uns weiterhin als Priorität betrachtet wird".

Grünen-Kreisrätin Marese Hoffmann, die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki (SPD) und Bernadetta Czech-Sailer von der Kreisverwaltung waren der Einladung nach Polen gefolgt. Der Oberbürgermeister von Oświęcim Janusz Chwierut zeigte sich sehr erfreut über die "bekannten Gesichter aus Dachau". Zu den Referenten aus Polen, Israel und Deutschland, zählte der Holocaust-Überlebende Marian Turski, der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees Christoph Heubner, der Direktor des Internationalen Bildungszentrums über Auschwitz und den Holocaust Andrzej Kacorzyk und Michał Sobelman von der israelischen Botschaft in Polen. "Es ist wichtig zu wissen und zu sehen, dass sich in Polen so viele Leute für dieses Thema engagieren und einen Dialog führen wollen", sagte die Partnerschaftsbeauftragte Marese Hoffmann.

© SZ vom 28.03.2018 / SZ
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