Dachauer Volksfest Gaudi mit Riesenrad und Geisterbahn

So richtig gruselig sehen Volksfestreferent Robert Gasteiger, Oberbürgermeister Florian Hartmann und Volksfestorganisator Klaus Mader (von links nach rechts) trotz Fotowand der neuen Geisterbahn „Ghost Adventures“ nicht aus.

(Foto: Toni Heigl)

Am Samstag startet das Dachauer Volksfest. Entgegen der Gerüchte ist das Ziegler-Zelt für Jugendliche unter 18 geöffnet

Von Marie Groppenbächer, Dachau

Geschäftig geht es zu am Mittwochmorgen auf der Ludwig-Thoma-Wiese. Der Countdown läuft - nur noch drei Tage bis zum Beginn des Dachauer Volksfestes. Ab kommenden Samstag herrscht wie jedes Jahr zehn Tage lang ein feuchtfröhlicher "Ausnahmezustand" in der Stadt. Die Zelte und Hütten stehen bereits, die meisten Fahrgeschäfte sind aufgebaut und werden auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet. Überall klopft und hämmert es, bis alles sitzt.

Pünktlich zum Rundgang für die Presse fängt es nach Tagen der Hitze in Strömen an zu regnen. Ausgerechnet jetzt. Doch Oberbürgermeister Florian Hartmann freut sich. "Gut, dass es jetzt endlich regnet. Wenn es zu trocken ist, dürfen wir das jährliche Feuerwerk nicht abfeuern wegen Brandgefahr". Das wäre Schade, schließlich gehört das leuchtende Spektakel zu den Höhepunkten des Programms. Stattfinden soll es am Donnerstag, 16. August, gegen 21.30 Uhr. Die Wetterprognosen bis dahin sehen gut aus, es soll kälter werden. Ewald Zechner ist heuer wieder Wirt im Hauptzelt. Gastronomen können sich für die Bewirtung bewerben. Entscheidend für die Auswahl ist der angegebene Bierpreis, den der Wirt vom Kunde fordert und der abzugebende Preis pro Hektoliter Bier an die Stadt. Der Bewerber mit dem geringsten Bierpreis und dem höchsten Abgabesatz mache das Rennen, erklärt Hartmann. Neben dem großen Festzelt, gibt es noch den Franziskaner-Garten, das Neumann's, das erneuerte Schweigerzelt in Almhüttenoptik und das Ziegler.

Letzteres ist entgegen kursierender Gerüchte wie jedes Jahr auch für Jugendliche unter 18 Jahre geöffnet. Rote und grüne Bändchen am Arm signalisieren den Kellnern, wem Hochprozentiges ausgeschenkt werden darf und wem nicht. 6,10 Euro kostet die Maß Festbier in allen Zelten. Mineralwasser und Softdrinks sind für rund drei Euro erhältlich. Dem Alkoholmissbrauch vorbeugen ist sozusagen Pflicht. "Der Wirt muss alkoholfreie Getränke anbieten, die genauso viel oder weniger als die Maß Bier kosten", erzählt Hartmann.

Wer keine Lust auf Bierzeltatmosphäre hat, findet sicher an einem der Fahrgeschäften Gefallen: Unheimlich wird es im "Ghost Adventure", der neuen Geisterbahn für die ganze Familie. Das Riesenrad von Familie Jost gehört seit 1971 zum Inventar des Dachauer Volksfestes. Sie bietet Gelegenheit, das Treiben aus luftiger Höhe zu betrachten, oder dem Trubel für ein Ründchen zu entfliehen. Wirklich schwindelfrei sollte sein, wer einen Ritt auf dem neuen Fahrgeschäft "Parkour" wagt. Zwar hebt das Gerät nicht ab, jedoch dreht es sich für einige Minuten in rasender Geschwindigkeit im Kreis - vorwärts und rückwärts - und lässt die Sitze der Mitfahrer gleichzeitig vertikal und horizontal um ihre eigene Achse drehen. Wer es lieber klassisch mag, fliegt mit der Schiffschaukel hoch hinaus oder glänzt beim Autoscooter mit gekonnten Manövern. Die ganz Kleinen haben ihren Spaß auf liebevoll gestalteten Kinderkarussellen. Das ganz große Los ziehen kann man im Glückshafen, zum Beispiel einen Reisegutschein, ein Fahrrad oder einen pinken Plüschflamingo. Ein Los kostet 50 Cent. Der Erlös geht wie immer an die Bürgerspitalstiftung, die bedürftige Mitbürger in Dachau unterstützt. So kann man neben dem Feiern auch gleich noch etwas Gutes tun.