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Dachauer Kulturveranstaltung:Karin Oschmanns "Lange Nacht"

Zwischen Karin Oschmann und dem Wasserturm-Verein knirscht es.

(Foto: Toni Heigl)

Kunst-Event soll heuer wieder stattfinden - ohne Wasserturm

Der Förderverein Dachauer Wasserturm wird in diesem Jahr die "Lange Nacht der offenen Türen" nicht als Veranstalter ausrichten. "Dieses mittlerweile so traditionsreiche und zur Dachauer Kunstszene gehörende Ereignis kann heuer aufgrund der Corona-bedingten Vorschriften nicht von uns durchgeführt werden. So hat es der Vorstand in seiner letzten Sitzung vergangene Woche nach ausführlicher Diskussion einstimmig beschlossen", teilte Gerhard Niedermair im Namen des Vereins mit. Stattfinden soll die Lange Nacht dennoch. Karin-Renate Oschmann, Gründerin und jahrzehntelang Vorsitzende des Fördervereins, will die Lange Nacht der Galerien nun in Eigenregie durchziehen - ohne den Dachauer Wasserturm und, wie sie sagt, "auf eigene Rechnung", sprich: Die finanziellen Risiken übernimmt sie als Privatperson.

Traditionell öffnen zur Langen Nacht, immer an einem Freitag Mitte September, Dutzende Galerien und Ateliers in Dachau ihre Türen für kunstinteressierte Besucher. Im vergangenen Jahr fand die Lange Nacht zum 13 Mal statt, mehr als 40 Aussteller beteiligten sich. Organisiert wurde das große Event schon in der Vergangenheit von Oschmann. Die Lange Nacht betrachtet sie aber als "ihr Kind" und lässt sich dabei auch von ihrem Wasserturmverein nicht bremsen: Für die 14. Auflage hat die resolute 83-Jährige bereits die städtischen Ausstellungshäuser kontaktiert und ruft alle, die an der Langen Nacht teilnehmen wollen, auf, sich bei ihr zu melden.

Der Förderverein bewertet die Lage kritischer: "Die gesetzlichen Auflagen, ein Schutz- und Hygienekonzept sowohl für die Gesamtveranstaltung als auch individuell für die an die 30 teilnehmenden Kunsteinrichtungen zu erstellen hinsichtlich Wegeführung, Abstand und sonstiger Hygienemaßnahmen und jeweils geeigneter Hygienekonzepte, schien uns nicht machbar", schreibt Niedermair. Mit dieser schweren Entscheidung habe man bis zum "spätestmöglichen Zeitpunkt" gewartet. Karin Oschmann ficht das nicht an. Sie ist fest entschlossen, die Lange Nacht durchzuziehen, trotz allem.

© SZ vom 23.07.2020 / gsl

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