Nachdem die Stadt Dachau in dem Gebäude des einstigen Hotels Zieglerbräu in der Dachauer Altstadt eigentlich Büroräume unterbringen wollte, soll nun doch wieder ein Hotel in die Liegenschaft einziehen. Seit rund zwei Jahren steht das Haus in direkter Nachbarschaft des Rathauses leer. Die letzten Wirte hatten den Pachtvertrag mit der Stadt auf eigenen Wunsch nicht mehr verlängert. In der Zwischenzeit hatte sich die Stadt schwergetan, einen Nachnutzer zu finden.
Die Stadt, der das denkmalgeschützte Gebäude gehört, plante ursprünglich, im Obergeschoss Büros für die Verwaltung unterzubringen. Das Untergeschoss sollte brandschutztechnisch instandgesetzt werden, um es vermieten zu können. In einer Stadtratssitzung im Frühjahr 2024 hatte Oberbürgermeister Florian Hartmann drei Optionen in Aussicht gestellt: auf einen Interessenten hoffen, das Gebäude ungenutzt lassen oder es sogar wieder verkaufen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte es einen einzigen Interessenten für eine gastronomische Nutzung gegeben, der jedoch nicht mehr auf Anrufe oder Mails der Stadt reagierte.
Nun will die Stadt das traditionsreiche Haus aus dem 17. Jahrhundert wieder mit Leben zu füllen. „Unser mittelfristiges Ziel ist es, im ehemaligen Zieglerbräu wieder einen zukunftsfähigen Gastronomie- und Hotelbetrieb zu etablieren“, sagt Oberbürgermeister Florian Hartmann. Dazu habe ein Team aus Hotelarchitekten und -entwicklern das Gebäude an der Konrad-Adenauer-Straße umfassend untersucht, vom Keller bis zu den Dachgeschossen. Anschließend hätten die Fachleute einen ersten Entwurf für die künftige mögliche Nutzung des Zieglerbräus als Restaurant und Hotel entwickelt. Eine grobe Wirtschaftlichkeitsstudie zu Sanierung und Umgestaltung des Gebäudes liege vor.
„Im nächsten Schritt lassen wir nun den Markt nach möglichen Investoren erkunden, denn die Stadt wird sich finanziell nicht am Umbau beteiligen“, teilt Hartmann mit. Die Ergebnisse dieser Markterkundung sollen als Basis für ein sich gegebenenfalls anschließendes Vergabeverfahren mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb dienen. Parallel dazu bereitet die Stadt bereits den Entwurf eines Erbbaurechtsvertrags mit einem möglichen künftigen Investor vor. Laut einer Machbarkeitsstudie von 2024 könnten die Kosten für eine Sanierung des Zieglerbräu in den zweistelligen Millionenbereich gehen.


