Dachau:Wirt der ASV-Sportgaststätte hört auf

Lesezeit: 2 min

Volksfest 2015

"Ich habe seit Jahren eine Sieben-Tage-Woche. Da kommt die Freizeit einfach zu kurz", so Ewald Zechner.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Nach sieben Jahren gibt Ewald Zechner den Betrieb zum 31. Dezember auf. Für die Nachfolge gibt es mehrere Interessenten.

Von Benjamin Emonts, Dachau

Der ASV Dachau muss sich zum Jahreswechsel einen neuen Wirt für seine Vereinsgaststätte "Finale" in der Gröbenrieder Straße suchen. Das Ehepaar Magdalena und Ewald Zechner, die das Lokal seit 2009 betreiben, hören am 31. Dezember auf. "Wir müssen jeden Monat ein bisschen dazu sponsern. Das Vereinsheim wurde immer uninteressanter", nennt Ewald Zechner einen der Hauptgründe für das Ausscheiden. Das große Bierzelt auf dem Dachauer Volksfest wird er aber auch im kommenden Jahr bewirten. Erst dann läuft Zechners Vertrag mit der Stadt Dachau aus, der 2014 und 2016 für jeweils zwei Jahre abgeschlossen wurde.

Ewald Zechner begann im Jahr 2007 zunächst als Küchenchef der ASV-Sportgaststätte. Zwei Jahre später pachtete er das Lokal mit seiner Frau Magdalena. Das Geschäft, so betont Zechner, habe sich über die Jahre kontinuierlich verschlechtert. Insbesondere die jungen Mitglieder des größten Dachauer Sportvereins hätten sein Lokal immer weniger besucht. Seine Stammkundschaft, die größtenteils aus älteren Semestern besteht, sei ebenfalls immer kleiner geworden. "Die älteren werden immer weniger und die Stammtische schrumpfen", klagt Zechner. "Wenn wir vor drei Jahren noch 300 Euro beim Frühschoppen eingenommen haben, so waren es zuletzt nur noch 50 bis 60 Euro." Neben den finanziellen Einbußen habe auch der zeitliche Aufwand zu der Entscheidung beigetragen. "Ich habe seit Jahren eine Sieben-Tage-Woche. Da kommt die Freizeit einfach zu kurz", sagt Zechner.

Veranstaltungen finden wie geplant statt

Im Dachauer Ortsteil Pellheim betreibt das Ehepaar nebenher noch die Gaststätte Liegsalz, die drei Mal pro Woche geöffnet ist und nun modernisiert werden soll. Außerdem hält Zechner in der Dachauer Sportgaststätte seinen Catering-Service am Laufen und ist quasi das ganze Jahr mit den Vorbereitungen auf das Dachauer Volksfest beschäftigt.

Die bereits zugesagten Veranstaltungen bis Jahresende wollen Zechners "mit Herzblut und in gewohnter Manier" über die Bühne bringen. Das Tagesgeschäft allerdings wird bis zum Jahresende eingeschränkt. Anstatt sieben Mal pro Woche wird das Lokal nur noch an vier bis fünf Tagen geöffnet sein. Bestehen bleibt der Mittagstisch von Montag bis einschließlich Donnerstag. Die Dachauer Mittelschule, die mittags im Finale zum Essen kommt, wird das Angebot auch weiterhin nutzen können. An Wochenenden bleibt wie gehabt ganztags geöffnet.

Mehrere Wunschkandidaten

Der ASV Dachau muss nun schleunigst nach einem geeigneten Nachfolger suchen. ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm steht bereits mit mehreren Wunschkandidaten in Kontakt, wie er sagt. "Die Umsatzzahlen sind gut. Wir hoffen, dass wir bis zum Jahreswechsel einen neuen Pächter gefunden haben." Die große Sportgaststätte sei für Gastronomen ein interessantes Objekt.

Zechner und Wilhelm blicken auf eine "gute Zusammenarbeit" zurück, wie sie unisono betonen. Zechner, 39 und gebürtiger Kärntner, will der Stadt Dachau nicht den Rücken kehren. "Ich würde gerne mal etwas in der Altstadt machen", kündigt er an.

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