US-Band „Wilco“ in Dachau„It's a beautiful, beautiful night“

Lesezeit: 2 Min.

Sechs Musiker, zwei Roadies und jede Menge Equipment: Die US-Band „Wilco“ muss auf der kleinen Bühne am Rathausplatz etwas enger zusammenrücken.
Sechs Musiker, zwei Roadies und jede Menge Equipment: Die US-Band „Wilco“ muss auf der kleinen Bühne am Rathausplatz etwas enger zusammenrücken. (Foto: Toni Heigl)

Vor mehr als 1600 Fans eröffnet die Alternative-Rockband „Wilco“ aus Chicago den Dachauer Musiksommer auf dem Rathausplatz mit einem dreistündigen XXL-Konzert.

Von Gregor Schiegl, Dachau

Der schwarze Truck in der Altstadt lässt keinen Zweifel, der Dachauer Musiksommer startet diesmal mit etwas richtig Großem: Wilco aus Chicago ist in der Stadt. Für die sechsköpfige Band ist die Bühne auf dem Dachauer Rathausplatz eigentlich eine Nummer zu klein. Die Roadies müssen sich am Donnerstagabend mit ihren tätowierten Leibern über die zugestellte Bühne kämpfen, nahezu jeder neue Song verlangt nach einer, manchmal auch zwei oder drei neuen Gitarren. 180 Minuten geht das so, Wilco fahren in Dachau ihr dreistündiges XXL-Bühnenprogramm, so oft spielen sie ja nicht in Europa.

Der Platz vor dem Dachauer Rathaus ist gesteckt voll, mehr als 1600 Fans drängen sich auf dem Platz. Laut Kulturamtsleiter Tobias Schneider sind viele Besucher auch aus Österreich oder Tschechien angereist, einer soll sogar von Bern nach Dachau zum Konzert geradelt zu sein. Diejenigen, die keine Karten mehr ergattern konnten, sammeln sich vorm Bezirksmuseum, eine Picknickdecke ist ausgebreitet. Sehen können sie nicht viel, ein Bauzaun nimmt die Sicht, aber laut genug ist es auch dort.

Die Band zeigt sich bestens aufgelegt. Mal folkig, mal krawallig, gerne auch beides simultan, spielen sie sich durch 30 Jahre Bandgeschichte und gut 30 Nummern, darunter „You never know“, „California Stars“ und „Jesus etc.“ Der Noise-Faktor steigert sich stetig, die Stimmung auch, es wird geklatscht und gesungen. Eine Zuschauerin winkt von den Schultern eines Mannes, dem Sänger Jeff Tweedy wirft die junge Frau beidhändig Kusshände zu. Mehr als eine Stunde später – da hat derselbe Mann schon eine andere Dame auf seinen Schultern sitzen – bemerkt der Wilco-Frontmann, dass es „so etwas“ bei Bands wie der ihren eigentlich nicht gebe. Und jetzt erlebe er es gleich zweimal an einem Abend. „Das werde ich mir in meinem Tagebuch notieren“, sagt er.

Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn reicht die Warteschlange schon durch die halbe Altstadt.
Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn reicht die Warteschlange schon durch die halbe Altstadt. (Foto: Toni Heigl)
Mehr als 1600 Leute tummeln sich an diesem Abend auf dem Dachauer Rathausplatz.
Mehr als 1600 Leute tummeln sich an diesem Abend auf dem Dachauer Rathausplatz. (Foto: Toni Heigl)
Die Zaungäste am Bezirksmuseum verfolgen das Konzert in kleiner Runde und rein akustisch.
Die Zaungäste am Bezirksmuseum verfolgen das Konzert in kleiner Runde und rein akustisch. (Foto: Toni Heigl)

Ansonsten macht er nicht allzu viele Worte, nicht über Dachau, auch nicht über Trump und seine Politik, dazu hat er schon in Interviews klar seine Meinung gesagt. Nur dies: „It’s a beautiful, beautiful night.“ Auch Veranstalter Tobias Schneider zeigt sich hochzufrieden. Ein internationaler Act, Shirt-Wetter, super Stimmung: „Besser geht’s nicht.“ Auch der Band habe es gut gefallen, berichtet er. Jeff Tweedy habe vor dem Konzert noch das Dachauer Schloss und den Hofgarten besucht.

Am Samstag, 28. Juni, geht der Dachauer Musiksommer weiter mit Christina Stürmer und am Sonntag, 29. Juni, mit „Mighty Oaks“. Für beide Konzerte gibt es noch Karten.

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