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Volksfest Dachau:FDP und ÜB wollen "Volksfest to go" auf der Thomas-Wiese in Dachau

Coronavirus - Drive-in-Volksfest in Landshut

Gäste holen in einem Drive-in-Festzelt in Landshut mit ihren Autos Essen ab. Festwirte haben in Landshut die Not zur Tugend gemacht und wegen der Corona-Krise eine Drive-in-Dult organisiert.

(Foto: dpa)

Ein Drive-In-Volksfestzelt in Dachau - das fordern FDP und ÜB. Auch die Schausteller wollen eine Alternative auf der Thoma-Wiese.

Von Julia Putzger, Dachau

Das Dachauer Volksfest kann heuer auf Grund der Corona-Pandemie nicht stattfinden, das wurde bereits Mitte April beschlossen. Die Nachricht traf nicht nur alle Volksfestfans hart, sondern stellte vor allem die Schausteller vor eine große Frage: Wie sollen sie die Saison finanziell bewerkstelligen?

Die Fraktionsgemeinschaft von FDP und ÜB schlägt nun ein "Volksfest to go" vor, um den Schaustellern unter die Arme zu greifen und trotz Coronavirus ein bisschen Volksfestfeeling zu verbreiten. Inspiriert hat die Stadträte der FDP und ÜB wohl der "Dult Drive In", den es derzeit anstatt der Frühjahrsdult in Landshut gibt. Ein ähnliches Konzept haben sich Jürgen Seidl (FDP), Ingrid Sedlbauer und Peter Gampenrieder (beide ÜB) auch für Dachau überlegt: Bei einem "Volksfest to go" im August oder Anfang September könnte es ein Zelt geben, durch das man - ähnlich wie beim Drive In von Fastfoodketten - mit dem Auto fahren könnte.

Halten an "standähnlichen Autoschaltern"

"Am Eingang des zu durchfahrenden Zeltes würde man die Bestellung aufgeben und an den standähnlichen Autoschaltern jeweils von in Trachtenkleidung bedienendem Personal entgegen nehmen. In der Zwischenzeit könnte man auf Bildschirmen Bilder des letztjährigen Volksfests, hinterlegt mit Volksmusik, betrachten", schreiben die Stadträte in einer Pressemitteilung. Demnach könnten frisch gebratene Hendel, Fisch, gebrannte Mandeln und Bier im Drive In erhältlich sein. Somit könne man durch Riechen, Schmecken und Staunen trotz Coronavirus ein bisschen Volksfestgefühl aufkommen lassen, meint Seidl. Außerdem unterstütze man so die Gastronomie- und Schaustellerbetriebe.

Einer dieser Schausteller ist Paul Tille, unter Volksfestbesuchern bekannt als "Schokopaule" für seine Schokofrüchte, mit denen er seit Jahren das Dachauer Volksfest und auch das Karlsfelder Siedlerfest versüßt. Als Sprecher der Schausteller plädiert Tille ebenfalls für eine Alternative zum Volksfest, bei der zumindest einige Imbiss- und Süßwarenstände auf der Ludwig-Thoma-Wiese aufgebaut werden würden. Anders als FDP und ÜB schlägt er jedoch keinen Auto-Corso vor, sondern will das Angebot für Fußgänger zugänglich machen. Mittels Security am Ein- und Ausgang solle die Personenanzahl auf dem Gelände strikt kontrolliert werden, Absperrbänder sollen für die Einhaltung der Mindestabstände sorgen. "Das kann den Volksfestcharakter zwar nicht ersetzen, aber würde zumindest den Schaustellern helfen", sagt der Schaustellersprecher. 15 bis 20 Stände, deren Angebot sich nicht überlappen soll, wünscht er sich für das "Volksfest to go". Ähnliche Alternativen möchte er auch in Karlsfeld und Markt Indersdorf vorschlagen. Unter den Schaustellern könnte man sich absprechen, damit jeder zumindest bei einem Fest vertreten wäre. Tille ist sich sicher, dass das Angebot angenommen würde: "Es gibt genug Fans, die kommen, um uns zu unterstützen."

Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) ist indes nicht angetan von diesen Vorschlägen. Zwar habe die Verwaltung - mit Blick auf den Landshuter Dult Drive In - vor einigen Wochen eine solche Volksfest-Alternative diskutiert. "Aber dann würden wir nur der ortsansässigen Gastronomie Konkurrenz machen", argumentiert Hartmann. Außerdem glaubt er nicht, dass der Volksfest Drive In eine wirklich große Unterstützung für die Schausteller wäre: "Dann unterstützen Sie einen Mandelstand, aber schaden gleichzeitig der lokalen Gastronomie."

© SZ vom 13.05.2020

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