Mobilität der Zukunft Landkreis Dachau will vier Radschnellwege

Im Landkreis Dachau gibt es bisher noch keine Fahrradschnellwege.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Landrat Löwl drängt auf klare Finanzierungsvorgaben für Bayern bei Radschnellwegen.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Geht es nach der Kreisverwaltung, führen durch den Landkreis in Zukunft mindestens vier Radschnellwege. Die sogenannten Fahrradautobahnen sollen entlang der wichtigen Verkehrsachsen A 8, B 471 und den beiden S-Bahn-Ästen nach Altomünster und Petershausen führen. Mögliche Trassen hat die Kreisverwaltung bereits bei der Erstellung des Gesamtverkehrskonzept für den Landkreis berücksichtigt.

Anfang nächsten Jahres solle dieses stehen, sagte Verwaltungsmitarbeiter Florian Haas im Kreisausschuss. Er sieht in den Radschnellstrecken "ein gutes Potenzial für den Verkehr der Zukunft".

Kommen Radschnellwege im Landkreis Dachau entlang der A8, B471 und den S-Bahn-Ästen?

Die CSU-Kreistagsfraktion hatte per Antrag gefordert, Radschnellwege entlang der A 8, B 471 und der S-Bahn zu prüfen. "Die Mobilität muss zukunftsfähiger werden", sagte Fraktionschef Wolfgang Offenbeck. Auch Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) ist dafür, so viele Radwege wie möglich zu bauen. Mit dem E-Bike könne man heutzutage ganz andere Distanzen zurücklegen. "Das Elektro-Rad wird eine Dimension erreichen, die wir uns heute gar nicht vorstellen können."

Einzig Sebastian Leiß (Freie Wähler Dachau) war anderer Meinung. "Ich halte nichts von Radschnellwegen", sagte er und forderte, "lieber Bus und Bahn auszubauen".

"Wir brauchen gesetzliche Zuständigkeiten"

Vor kurzem hat das Thema Radschnellwege im Landkreis einen Schub erfahren. Neben dem Pilotprojekt, dem Münchner Radschnellweg, der von der Landeshauptstadt nach Garching führen soll, prüfen Experten derzeit weitere Routen, welche die Stadt mit dem Umland verbinden sollen. Darunter ist auch der Korridor München-Karlsfeld-Dachau. Bis Mitte 2020 soll ein Planungsbüro im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eine Streckenführung erarbeiten.

Der Bau der vier Meter breiten Wege ist sehr teuer. Zudem fehlen in Bayern klare Vorgaben, welche den Bau und Unterhalt der Radlhighways regeln. Landrat Stefan Löwl (CSU) forderte im Kreisausschuss erneut, die rechtlichen Rahmenbedingungen herzustellen. "Wir brauchen gesetzliche Zuständigkeiten."

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