Ukraine:Aus dem Kriegsgebiet in die Schuldenfalle

Ukraine: Im Hotel Amedia in Dachau-Ost sind seit Kriegsbeginn 86 ukrainische Geflüchtete untergebracht.

Im Hotel Amedia in Dachau-Ost sind seit Kriegsbeginn 86 ukrainische Geflüchtete untergebracht.

(Foto: Toni Heigl)

Im Hotel Amedia leben 86 ukrainische Geflüchtete, manche von ihnen seit fast zwei Jahren. Ihnen geht es dort gut - bis plötzlich hunderte Rechnungen vom Freistaat eintrudeln. Über ein Missverständnis mit Folgen.

Von Jonas Junack, Dachau

Mit einem Klicken öffnet sich der kleine Safe. Ein Stapel Unterlagen, fein säuberlich in Klarsichtfolie gehüllt, wird herausgeholt. Eine Frau platziert ihn auf dem Doppelbett, das achtzig Prozent des Raumes einnimmt. Drumherum stehen drei weitere Frauen. Sie sprechen in schnellem Ukrainisch miteinander, gestikulieren wild. Der Grund für ihre Aufregung liegt auf dem Bett. Rechnungen, Bescheide, Mahnungen. Vom Jobcenter, der Zentralen Gebührenstelle der Regierung von Unterfranken und vom Freistaat Bayern. Jetzt, wo all die Zettel eintrudeln, herrscht im Hotel Amedia Panik.

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