Seit mehr als zehn Jahren steht das „Trinkgeld-Haus“ in der Dachauer Altstadt weitgehend leer. Doch bald soll hier wieder Leben einkehren. Die Stadt Dachau hatte das Gebäude in den vergangenen zwei Jahren mehrmals zum Verkauf ausgeschrieben – zunächst ohne Erfolg. „Anfang 2026 hat das Wohn- und Geschäftsgebäude mitsamt seinen Freiflächen nun seinen Eigentümer gewechselt“, informiert Oberbürgermeister Florian Hartmann, SPD, in einer Pressemitteilung. „Ich freue mich sehr, dass uns dies nun gelungen ist.“ Nach Auskunft der Stadt handelt es sich um einen privaten Käufer aus München, der dort mehrere Wohnungen plant.
2011 hatte der Stadtrat beschlossen, das geräumige Haus in der Altstadt zu kaufen, um Büros für die Mitarbeiter der wachsenden Rathausverwaltung zu schaffen. Die Gesamtnutzfläche des „Trinkgeld“-Gebäudes gibt die Stadt mit 390 Quadratmeter an, Keller nicht mitgerechnet. Die Gesamtfläche der beiden verkauften Grundstücke: mehr als 1300 Quadratmeter. Doch dann entschied man sich im Rathaus, diese Pläne nicht weiterzuverfolgen. Seit 2013 steht das Haus in prominenter Lage großteils leer. Über Jahrzehnte beherbergte es das Herrenmodegeschäft „Trinkgeld“. Der markante Schriftzug war auch nach Demontage der Leuchtschrift lange gut an der Fassade sichtbar.
Zuletzt war das „Trinkgeld“-Haus auch Sinnbild für die krisenhafte Entwicklung in der Dachauer Altstadt: immer weniger Läden und Gastronomie, dafür Baustellen und leer stehende Gebäude, an denen sich lange nichts tut. Appelle, das Haus der Dachauer Kulturszene für eine Zwischennutzung zur Verfügung zu stellen, verhallten. 2024 beschloss der Stadtrat, die Immobilie wieder zu verkaufen. Laut Stadtkämmerer Thomas Ernst hat es seitdem mehrere Kaufinteressenten gegeben. Deren Angebote hätten allerdings nicht den Vorstellungen der Stadt entsprochen. Wie viel der private Käufer aus München gezahlt hat und ob dies die Ausgaben der Stadt deckt, wollte Ernst nicht sagen.
Die positiven Signale für die Altstadt mehren sich
Das Trinkgeld-Haus ist nicht das einzige prägende Gebäude der Altstadt, für das es eine neue Perspektive gibt. Der „Zieglerbräu“ soll nach jahrelangem Leerstand wieder ein Hotel werden, am „Hörhammerbräu“ sind nach langwierigen Verhandlungen mit den Denkmalschutzbehörden die Bauarbeiten endlich in Gang gekommen.
Auch mit der seit Langem geplanten Rathaus-Erweiterung geht es vorwärts, allerdings außerhalb der Altstadt. Ins Haus der Erwachsenenbildung an der Thoma-Wiese plant die Stadt ein ganzes Amt umzusiedeln. „Das sollte die Lage erst mal für eine Weile entspannen“, sagt Ernst. Mit den Umbauarbeiten soll bereits in diesem Jahr begonnen werden.

