Sogenannte Sharrows sind Straßenpiktogramme, das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern für Teilen und Pfeil. Wo immer sie auf Asphalt angebracht werden, ist das Ziel, Auto- wie Fahrradfahrer darauf hinzuweisen, dass Radfahrer auf dieser Straße auf der Fahrbahn fahren dürfen und berücksichtigt werden müssen. Üblicherweise wiederholt sich dieses Hinweissymbol im Abstand von circa 50 Metern. Vereine wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sind überzeugt, dass solche Markierungen "die objektive und subjektive Sicherheit" verbessern können, und auch die Wissenschaft teilt diese Meinung - um eine Markierung im Sinne der Straßenverkehrsordnung handelt es sich dabei allerdings nicht.
Auch in Dachau gibt es längst - wenn auch vereinzelt - solche Sharrows; etwa in der Schillerstraße oder an der Amperbrücke am Gasthof Drei Rosen. Weil die Stadtverwaltung sich aber durchaus vorstellen kann, solche Hinweise in Zukunft öfter einzusetzen, "um den Radverkehr zu fördern, die Sicherheit des Radverkehrs im allgemeinen Straßenverkehr zu erhöhen" und damit idealerweise auch "illegales Radfahren auf Gehwegen" zu reduzieren, hat sie im Umwelt- und Verkehrsausschuss das Für und Wider solcher Markierungen dargelegt. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass es nicht nur Befürworter gibt: Anders als der ADFC lehnt etwa die Dachauer Polizei die Verwendung von Sharrows ab. Durch eine zusätzliche Markierung "wird eine Reizüberflutung beziehungsweise gar ein Gewöhnungseffekt befürchtet", heißt es in der polizeilichen Stellungnahme.

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Ähnlich kontrovers diskutierten auch die Stadträtinnen und Stadträte: Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) erklärte, die Sharrows seien seiner Meinung nach eine gute Möglichkeit, um die Sicherheit für Radfahrende zu erhöhen, wenn sich baulich auf die Schnelle nichts verändern lasse. Er gab lediglich zu bedenken, dass man, wenn man sich für deren Anbringung entscheide, auch entsprechende Mittel in den Haushalt einstellen müsse, denn die Markierungen müssten schließlich regelmäßig erneuert werden. Peter Strauch (CSU) und Peter Gampenrieder (ÜB) teilten eher die Meinung der Polizei. Strauch erklärte, seine Partei werde nur zustimmen, wenn die Verwaltung zunächst einen Plan, wo genau die Sharrows überall angebracht werden sollen, vorlege. Dieser Idee erteilte wiederum Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) eine Absage: Einen solchen Plan für das gesamte Stadtgebiet zu erstellen, würde Jahre dauern und binde unnötig viel Personal.
Letztlich stimmte eine Mehrheit im Ausschuss gegen die Stimmen von Jürgen Henritzi (AfD) und Peter Gampenrieder (ÜB) dafür, dass die Verwaltung sich abschnittweise überlegt, wo Sharrows Sinn machen könnten und diese Vorschläge dann jeweils gebündelt noch einmal zur Abstimmung in den Ausschuss einbringt.

