Schwere Entscheidung:Aus für Dachauer Skischule

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Dachauer Skischule

Daniela Gaßner (links) und ihr Vater Ralf Strefling betreiben das Geschäft "Sport Strefling" weiter. Nur die Skischule stellt den Betrieb ein.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Daniela Gaßner stellt nach zwölf Jahren den Betrieb ein. Sie kann sich vorstellen, Unterricht am Monte Kienader zu geben.

Von Shafia Khawaja, Dachau

In der Dachauer Skischule konnten Jung und Alt 45 Jahre lang das Skifahren lernen. Nun ist damit Schluss: Die Leiterin Daniela Gaßner hat sich dazu entschieden, die Skischule zu schließen. Dass eine Umstrukturierung notwendig ist, sei schon lange klar gewesen: "Wenn die Eltern älter werden, wird es eine Veränderung geben müssen", so Gaßner. Das sei nun der Fall gewesen. Die Pandemie war Gaßner zufolge zwar nicht ausschlaggebend, hat die Entscheidung aber beschleunigt.

Vor 50 Jahren eröffnete Daniela Gaßners Vater, Ralf Strefling, das Geschäft "Sport Strefling" in der Münchner Straße in Dachau. Als das Geschäft mehr gewachsen ist, sind sie 1976 an den Klagenfurter Platz gezogen. Ein Jahr später kam die Dachauer Skischule hinzu - gegründet von Gaßners Onkel Viktor Strefling. Daniela Gaßner folgte dem Weg ihres Onkels und absolvierte die Ausbildung zur staatlich geprüften Skitrainerin. Zwölf Jahre lang leitete die 42-Jährige die Dachauer Skischule. Nun wird der Betrieb eingestellt.

"Ich habe die Entscheidung schweren Herzens getroffen"

"Ich habe die Entscheidung schweren Herzens getroffen", erzählt Daniela Gaßner, "aber die gegebene Zeit und Umstände, das Rentenalter meiner Eltern, haben zu dieser Entscheidung geführt." Corona hat die Situation zusätzlich verschärft: Die Ski-Busse dürfen zwar voll besetzt sein, allerdings gilt eine Maskenpflicht: "Nicht alle Kunden, die sich angemeldet haben, sind da. Manche müssen in Quarantäne oder sind krank und wollen dann ihr Geld zurück." Das alles erschwere die Planung. Trotz allem müssen die Skilehrer bezahlt werden. Die meisten von ihnen arbeiten nur nebenbei in der Skischule und studieren oder arbeiten hauptberuflich. Daher müssten sie immer ein gewisses Risiko abwägen, erklärt Gaßner: "Wenn sie sich anstecken und in Quarantäne müssen, können sie ihren Hauptjob nicht mehr ausüben". Das mache es zusätzlich schwer, eine Skischule zu betreiben. Wenn es möglich ist, möchte Gaßner Skiunterricht in Zukunft am Monte Kienader anbieten.

Um den Skilift betreiben zu können, muss es aber dauerhaft kalt sein. Dass das im Dachauer Land eher unwahrscheinlich ist, weiß auch Gaßner: "Ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass das nichts Festes ist."

Der Fokus liegt jetzt also vorerst auf dem familienbetriebenen Sportgeschäft in der Brucker Straße. "Wir haben jahrelange Erfahrung und wollen nach wie vor gute Beratung anbieten." Gaßner überlegt aber in neue Räumlichkeiten zu ziehen: "Das muss sich ergeben. Was die Zeit bringt, wissen wir nicht."

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