Süddeutsche Zeitung

Dachau:Rekordverdächtig

Lesezeit: 2 min

Die Stadt Dachau zeichnet 179 Sportler für herausragende Leistungen aus - so viele wie noch nie. ASV-Jugendleiterin Ingrid Sedlbauer erhält eine besondere Auszeichnung.

Annika Mayer

- Vergangenes Jahr wähnte sich Sportreferent Günter Dietz in Sicherheit, dass Dachau auch in Zukunft die Sporthochburg bleibt. Wie recht er behalten sollte, zeigte sich am Dienstagabend im Ludwig-Thoma-Haus: Wo sich 2011 noch 125 Athleten im Erchana-Saal tummelten, waren es dieses Jahr 54 Sportler mehr - was einen neuen Rekord bedeutete. In den bald 40 Jahren der Sportlerehrung hatten nie zuvor so viele Leistungsträger die Anforderungen für die Würdigung erfüllt. Als Dietz diese Tatsache vor einigen Wochen erfuhr, "konnte ich es anfangs gar nicht glauben", gestand der Sportreferent vor den Gästen, die in ihren jeweiligen Wettkämpfen die Kontrahenten auf die Plätze verwiesen hatten. Oberbürgermeister Peter Bürgel zeigte sich überzeugt, dass die Athleten so "in ganz Deutschland und darüber hinaus" eine ausgezeichnete Visitenkarte für Dachau abgeben.

Insgesamt wurden Sportler in 18 verschiedenen Disziplinen ausgezeichnet, darunter Bereiche wie Schwimmen, Kraftdreikampf, Tennis oder Eishockey. Für Günter Dietz ist die breite Palette an Honorationen ein Beleg dafür, dass nicht nur der Spitzensport eine Größe in Dachau darstellt. Auch der Breitensport erfreut sich der Beliebtheit, die Dietz optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Denn wenn er jetzt diese Rekord- Entwicklung sieht, hat sich für ihn die Vision einer Sportstadt in jeder Hinsicht erfüllt.

Immer wieder betonen die Festredner, dass solch einmalige Erfolge ohne Infrastruktur und versierte Menschen nicht möglich sind. Als Ausdruck dieses Respekts vor Trainern und Funktionären überreichte OB Bürgel stellvertretend für den Stadtrat die Silberne Bürgermedaille an Ingrid Sedlbauer, Jugendleiterin des ASV Dachau. Die Preisträgerin trat 1998 dem ASV bei, wo sie sich nach einem Jahr für die Jugend, unter anderem im Gymnastikbereich, engagierte. Neben ihrer Vereinsarbeit nahm sie außerdem Aufgaben als Übungsleiterin wahr und gab Impulse in der hiesigen Sportlandschaft. Sedlbauer war wegen dieser Anerkennung "total überrascht". Gleichzeitig kündigte sie an, auch weiterhin aktiv zu sein.

Wie sehr sich das Training lohnt, zeigt sich auch an den Persönlichkeiten, die sich ihre Urkunden abholen durften. Darunter waren auch Lea Spierer, Loreen Ahmed, Lena Depner und Kristina Engelke. Die Ruderinnen des Ignaz-Taschner-Gymnasiums hatten im Vierer den Bundesentscheid "Jugend trainiert für Olympia" gewonnen. "Das ist eine Besonderheit und etwas sehr Anerkennenswertes", hob Dietz die Leistung der Schülerinnen hervor. Das Patentrezept der Vier setzt sich aus diversen Zutaten zusammen, wobei "das Team" eine davon ist. Das Team animiere den Einzelnen, auch mitzurudern, wenn der Antrieb fehle. Zudem tauchen die vier Neuntklässlerinnen ihre Paddel bereits seit der fünften Klasse gemeinsam regelmäßig ins Wasser. "Wir trainieren dreimal in der Woche" erzählen die Ruderinnen. "Vor dem Bundesfinale in Berlin waren es viermal." Und die letzte Zutat im Patentrezept? "Von Anfang an voll mit dabei sein." Mit Spekulationen, ob ihre Zukunft auch im Sport liegt, halten sich die Vier bedeckt: "Mal schauen, wie weit wir kommen."

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1529980
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 22.11.2012
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.