Es geschieht vor aller Augen: In der Nacht auf den 9. November 1938 vertreibt Dachau seine jüdischen Bürger. Einer von ihnen ist der gebürtige Münchner Kurt Bloch. Sein Name steht auf der Liste der "in der Stadt Dachau wohnhaften Juden". Zwei SA-Männer zwingen 15 Frauen und Männer, die Stadt "vor Sonnenaufgang" zu verlassen. Ein Teil kann später emigrieren, die anderen werden in Auschwitz, Majdanek oder Theresienstadt ermordet. Im Januar 1939 meldet Bürgermeister Hans Cramer stolz dem NSDAP-Kreisleiter: "Dachau ist somit völlig judenfrei."
NationalsozialismusDie Nacht der Schande
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"Dachau ist somit völlig judenfrei": Das meldet der Bürgermeister stolz - zu einer Zeit, als 11 000 Menschen ins Konzentrationslager deportiert werden. Kurz zuvor finden die Novemberpogrome statt, der Gewaltausbruch jährt sich nun zum 83. Mal.
Von Helmut Zeller, Dachau
