Städtepartnerschaft:"Dafür sind Freunde ja da"

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Städtepartnerschaft: Eine Videokonferenz zwischen den Partnerlandkreisen Dachau und Oświęcim.

Eine Videokonferenz zwischen den Partnerlandkreisen Dachau und Oświęcim.

(Foto: Landkreis Oświęcim)

Stefan Löwl (CSU) sichert Landrat Andrzej Skrzypińsk aus dem Partnerlandkreis Oświęcim bei Bedarf kurzfristige Hilfe für Kriegsflüchtlinge zu.

Von Miriam Dahlinger, Dachau/Oświęcim

Landrat Stefan Löwl (CSU) hat sich mit seinem polnischen Kollegen Andrzej Skrzypińsk aus dem Partnerlandkreis Oświęcim/Auschwitz zu einem digitalen Arbeitstreffen getroffen. Inhalt des Gesprächs war der russische Angriff auf die Ukraine und seine Auswirkungen auf die Landkreise Dachau und Oświęcim. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamts hervor.

"Die polnische Seite hat uns gebeten, über unsere Erfahrungen aus der Flüchtlingskrise 2015/2016 zu berichten und sie über unsere aktuelle Situation und Maßnahmen zu informieren", so Löwl. "Unser Partnerlandkreis hat - bei vergleichbarer Größe und Einwohnerzahl - bereits über 1700 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen; und es kommen täglich weitere. Da sind gute, aber vor allem auch schnelle Lösungen angefragt." Zum Vergleich: Nach Angaben des Landratsamtes waren bis Freitagmittag 350 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine beim Ausländeramt registriert. Die Behörde geht derzeit davon aus, das künftig pro Woche 100 bis 200 Menschen aus der Ukraine über das Ankunftszentrum München dem Landkreis Dachau zugewiesen werden.

In Polen fehlt es laut Skrzypiński an staatlichen Aufnahmestrukturen

Landrat Skrzypiński habe zudem mitgeteilt, dass die Hilfsbereitschaft bei der polnischen Bevölkerung und auch in seinem Landkreis riesig sei. Da staatliche Aufnahmestrukturen aber kaum vorhanden seien, müssten sich die Kommunen um die ankommenden Kriegsflüchtlinge - überwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen - kümmern. Bisher seien alle in privaten Wohnungen, Hotels und Jugendherbergen sowie in öffentlichen Gebäuden untergebracht. Auch in Dachau ist es laut Landratsamt weiterhin das Ziel, die Kriegsflüchtlinge privat unterzubringen. Zeitgleich richte man sich aber auch darauf ein, Menschen in größeren Unterkünften oder auch in Sporthallen temporär unterbringen zu müssen.

Wie in Oświęcim könnte auch in Dachau die Kinderbetreuung Herausforderungen mit sich bringen. Unter den Geflüchteten, die bisher im Landkreis Dachau angekommen sind, sind laut Landratsamt circa 150 Minderjährige. Die ersten Kinder aus der Ukraine seien laut Landratsamt bereits in den Grund- und Mittelschulen im Landkreis aufgenommen worden. Allerdings ist die personelle Situation im Bereich Kinderbetreuung im Landkreis seit Jahren angespannt, weshalb nun nach "zusätzlichen Lösungen" gesucht werde.

Die Landräte Löwl und Skrzypiński sprachen auch über konkrete Hilfsmaßnahmen für den Landkreis Oświęcim. Materiell seien die polnischen Partner jedoch gut aufgestellt, sodass allgemeine Sachspenden aktuell nicht erforderlich sind. "Wir werden bei Bedarf kurzfristig und unbürokratisch helfen," sichert Löwl zu. "Dafür sind Freunde ja da."

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