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Dachau:Das Projekt kostet fast 30 Millionen Euro

Denkbar wäre, dass das Bauvorhaben komplett aus dem Ausbauplan herausgenommen und auf anderer Grundlage realisiert wird. Die Finanzierung sei aber eben extrem schwierig und deshalb die Kernfrage. Aber beide Seiten scheinen ernsthaft um einen Kompromiss zu ringen.

Eine Möglichkeit wäre, dass Stadt und Landkreis die Nordost-Umgehung in Eigenregie bauen, natürlich mit satten Zuschüssen des Freistaats für das insgesamt 27,4 Millionen teure Projekt. Eine Lösung böte das Förderprogramm "Staatsstraßenumfahrungen in gemeindlicher Sonderbaulast".

Allerdings kommt für Seidenath diese Variante eigentlich nicht in Frage. Das widerspreche der Zusage des Freistaats über die Einstufung des Dachauer Straßenprojekts als vorrangig, sagt er. Dachau sei einer der wenigen Zuzugslandkreise in Bayern; da müsse der Freistaat auch für eine ausreichende Verkehrsinfrastruktur sorgen.

Die Naturschützer stemmen sich vor allem gegen die sieben Kilometer lange Ostumfahrung östlich des Gewerbegebiets in Richtung Hebertshausen, die durch ein geschütztes FFH-Gebiet mit der seltenen Libellenart Helmazurjungfer führen würde. Das nördliche Teilstück wäre 5,4 Kilometer lang und führt entlang der Staatsstraße 2047.

Aber es geht nicht allein um den Naturschutz: Die Gegner sagen, die Umfahrungsstraße bringe keine nennenswerte Verkehrsentlastung. Sie berufen sich auch auf Kurzaks Gutachten. Wie Grünen-Fraktionssprecher Thomas Kreß meint, bekommt man lediglich 3,7 Prozent Entlastung auf Dachauer Straßen. Er fordert "neue Ansätze" in der Verkehrspolitik der Stadt.