Zehn Jahre nach der Entscheidung, eine neue Dienststelle zu bauen, und fünf Jahre nach Baubeginn steht jetzt im Mai der Umzug der Dachauer Polizei an. Nicht nur terminlich, auch kostenmäßig liegt der Neubau nördlich des John-F.-Kennedy-Platzes leicht neben dem Soll-Ziel. 18,2 Millionen Euro Baukosten statt der angesetzten 15 Millionen – das hat das Staatliche Bauamt schon voriges Jahr bekannt gegeben. Immerhin: Es ist dabei geblieben. Als Grund nennt die Behörde die „allgemeinen Baupreissteigerungen seit 2018“, jenem Jahr, aus dem die Kostenkalkulation stammt.
Zum aktuellen Stand teilt das Staatliche Bauamt schriftlich mit, der dreistöckige Bau werde in der letzten Aprilwoche an die Polizei übergeben. Bis zur Aufnahme des regulären Dienstbetriebes werde diese dann „noch Verschiedenes vorbereiten und einrichten“.
Die Eröffnungsfeier ist zwischen Ende Mai und Ende Juni geplant.
Das Datum der offiziellen Inbetriebnahme werde die Polizei mitteilen. Auf die Frage an die Dachauer PI, ob sich dann auch die Öffentlichkeit ein Bild von der neuen Inspektion machen könne, antwortet die Pressestelle der Polizeidirektion Oberbayern: „Eine Eröffnungsfeier ist derzeit in Planung, diese soll im Zeitraum zwischen Ende Mai und Ende Juni 2026 stattfinden.“

Seit Jahren leiden die rund 120 Beamten und Beamtinnen in der alten Polizeidienststelle an der Dr.-Höfler-Straße unter den beengten und nicht mehr zeitgemäßen Verhältnissen. Der Bau stammt aus dem Jahr 1974 und wurde seither nur unwesentlich erneuert. Eigentlich hätte der Umzug schon vor einem Jahr stattfinden sollen. Dann aber musste die Übergabe laut Bauamt „aufgrund der verzögerten Leistung einiger Firmen verschoben werden“.
Zäh gelaufen ist es mit der Dachauer Dienststelle schon im Vor-Planungsstadium: Erst diskutierten die Verantwortlichen in Innenministerium und Polizei jahrelang, ob es einen Neubau oder eine Sanierung geben sollte. Dann entschied man sich 2016 für einen Neubau auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei. Wegen der historischen Umgebung in direkter Nähe der KZ-Gedenkstätte wurde die Planung aber schwieriger und langwieriger als gedacht.
Schon zu Beginn der Arbeiten gab es Verzögerungen beim Baugrubenverbau. Daran schlossen sich regelmäßig Probleme mit Baufirmen an, sodass weder aus dem ursprünglich anvisierten Einzugstermin 2024 noch aus dem im Jahr darauf etwas wurde.
Jetzt aber ist die Sache in trockenen Tüchern. Besucher werden die neue Dienststelle vom John-F.-Kennedy-Platz her betreten. Dort sind auch einige öffentliche Stellplätze. Die Polizeifahrzeuge dagegen fahren über die Wache der Bereitschaftspolizei in den Hof auf der Rückseite des Gebäudes. Dort befinden sich auch die Garagen und ein Kfz-Pflegeraum. Eine Schallschutzwand schützt das angrenzende Wohngebiet vor Lärm.
Geheizt wird mit Wärmepumpe
Über das Innere des Gebäudes teilt das Bauamt mit, dass dort neben den Büro-Arbeitsplätzen wegen des Schicht-Betriebes auch Sozialräume vorgesehen sind. Sie sind wie die Unterrichts- und Besprechungsräume mit kleinen Teeküchen ausgestattet. Weiter heißt es: „Gefängniszellen gibt es nicht, das Gebäude verfügt aber über mehrere speziell ausgestattete Räume, um Personen vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen.“
Energietechnisch ist die neue Polizeiinspektion vorbildlich aufgestellt: Auf dem Dach befindet sich eine nicht einsehbare Photovoltaik-Anlage, die Heizung des Neubaus wird über eine Grundwasser-Wärmepumpe betrieben.

