Dachau:Mit Hightech gegen Krebs

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Helios Amper Klinikum

Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner (rechts) und Chefarzt Axel Kleespies mit dem OP-Roboter.

(Foto: Helios)

Ein neuer OP-Roboter unterstützt Chirurgen am Helios Amper-Klinikum in Dachau. Die Technik begeistert die Ärzte durch ihre Präzision. Der Einsatz dieses Systems ist bislang einzigartig in Oberbayern

Von Christiane Bracht, Dachau

Er hat vier Arme, ist viel beweglicher und kann zehnmal besser sehen als ein Mensch: der neue Kollege am Helios Amper-Klinikum. Der OP-Roboter unterstützt ab sofort die Chirurginnen und Chirurgen am Dachauer Krankenhaus. Damit steht dort jetzt das modernste Robotersystem seiner Art in ganz Oberbayern. Er wiegt mehr als eine Tonne und traf Ende September am Standort Dachau ein: das neue technische Highlight, der Roboter namens da Vinci Xi. Er wird künftig im OP-Saal sechs die Chirurginnen und Chirurgen bei minimalinvasiven Operationen unterstützen. Von seiner präzisen Technik würden vor allem Krebspatientinnen und -patienten mit Tumoren an den inneren Organen im Brust- und Bauchraum profitieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Mit dem da-Vinci-Xi-Operationssystem verfügt unsere Klinik über einen Roboter der neuesten Generation. Mit ihm können wir den Patienten die vollständige Bandbreite komplexer minimalinvasiver Eingriffe anbieten", sagt Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner. "Der Chirurg steuert von einer Konsole aus die vier Arme des Roboters, dessen Hände viel beweglicher als die eines Menschen sind", erklärt Axel Kleespies, Chefarzt Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Onkologische Chirurgie. Allerdings führt der OP-Roboter keine eigenständigen Bewegungen durch, "er ist der verlängerte Arm. Alle Befehle kommen vom Chirurgen." Kleespies lobt besonders die flexibel steuerbare 3D-Kamera. Damit könne der Operateur in die entlegensten Winkel der Brust- und Bauchhöhle schauen. Außerdem werde der Blutverlust während der Operation minimiert, erklärt der Leiter des Krebszentrums. "Dank kleinster Schnitte ist die Belastung des Patienten geringer und wir können gute kosmetische Ergebnisse erzielen. Entsprechend rechnen wir mit einer deutlich kürzeren Erholungsphase."

Bei einer roboterunterstützen OP sitzt der Chirurg an einer Steuerkonsole. Von dort aus führt er mit seinen Händen und Füßen die Roboterarme. Der hochflexible Kameraarm ermöglicht mit einer bis zu zehnfachen Vergrößerung und einer Fluoreszenz-Bildgebung eine hervorragende Übersicht: "Feine Strukturen wie Nerven oder Gefäße können dadurch besser erkannt werden", sagt Kleespies. "Möglich ist so ein zitterfreies und noch präziseres Operieren. Bei der Entfernung von Tumoren sind Genauigkeit und Präzision das oberste Ziel. Mit diesem Gerät können wir das noch besser leisten."

Das neue Gerät startet laut Klinik zunächst in der Viszeralchirurgie, danach folgen die Thoraxchirurgie und die neue Fachabteilung Urologie. In den kommenden Wochen werden die Operateure und das OP-Team ein sechswöchiges intensives Training durchlaufen. Die erste Operation mit dem da Vinci Xi wird voraussichtlich im Dezember stattfinden. In der Allgemein- und Viszeralchirurgie wird der Roboter bei Leisten- und Zwerchfellbrüchen, bei Operationen am Dünn- und Dickdarm, Magen, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Milz und Nebenniere zum Einsatz kommen, in der Thoraxchirurgie bei Operationen der Lunge, Bronchien, des Zwerchfells oder bei herznahen Eingriffen der sogenannten Thymusdrüse.

In der neuen Fachabteilung Urologie, die Anfang kommenden Jahres an den Start geht, wird der Roboter bei Operationen der Prostata, Niere und Harnblase unterstützen.

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