Mehr als eine Million Menschen haben im vergangenen Jahr das ehemalige Konzentrationslager Dachau besucht. Das teilte die KZ-Gedenkstätte per Pressemeldung mit. Demnach lag die tägliche Besucherzahl im Durchschnitt bei 2800. Der besucherstärkste Tag war mit mehr als 5200 Menschen Montag, 21. Juli 2025. Rund 3000 Schulklassen und Gruppen haben Rundgänge und Seminare gebucht. Etwa 160 000 Menschen haben die Gedenkstätte mithilfe von Audioguides erkundet, die in 18 verschiedenen Sprachen verfügbar sind. Referenten der Gedenkstätte leiteten mehr als 1300 Rundgänge.
Die Zahlen sind das Ergebnis einer „anonymisierten und datenschutzkonformen“ Zählung. Diese erfolge seit Oktober 2024, so die Gedenkstätte. Im Zugangsbereich zum ehemaligen Häftlingslager würden Personen erfasst, ohne deren persönlichen Merkmale aufzuzeichnen. So kommt die Gedenkstätte für 2025 auf genau 1 013 203 Besucher.
Eine weitere Studie soll nun vertiefte Erkenntnisse liefern
Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, zeigt sich sehr erfreut über das große Interesse. Bislang habe es nur Hochrechnungen gegeben, nun kenne man erstmals die konkrete Besucheranzahl. „Wir werden die wertvollen Informationen, die wir aus der Besucherzählung gewinnen, bei der Gestaltung des Ortes und dem Rundgangangebot berücksichtigen.“
Für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zeigen die Besucherzahlen in Dachau, dass die Gesellschaft dem Thema Nationalsozialismus auch mehr als 80 Jahre nach Kriegsende eine „hohe Bedeutung“ beimesse, teilte Weimer auf Linkedin mit. Die Gedenkstätten seien unverzichtbare Orte der historischen Aufarbeitung und der demokratischen Bildung. „Dass sich so viele Menschen – gerade auch junge – bewusst mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandersetzen, ist ein ermutigendes Zeichen und zugleich ein Auftrag, das Erinnern wachzuhalten und gegen jede Form von Geschichtsvergessenheit zu verteidigen“, so Weimer.
Ab Frühjahr will die Gedenkstätte eine umfassende Besucherstudie starten. Dabei sollen vertiefte Erkenntnisse über die Publikumsstruktur, die Besuchsbedingungen und die Einschätzungen verschiedener Zielgruppen gewonnen werden, wie es heißt. Dafür sollen Besucher zu unterschiedlichen Zeitpunkten Fragebögen beantworten, um ein möglichst repräsentatives Gesamtbild zu erhalten. Auch Schulklassen und Lehrkräfte werden mit angepassten Fragen einbezogen. Ein Unternehmen, das auf Publikumsbefragungen für Museen und Gedenkstätten spezialisiert ist, wurde mit der Studie beauftragt.

