Der Tag, an dem Union und FDP im Bundestag gemeinsam mit der AfD für einen Fünf-Punkte-Plan zur Verschärfung der Migrationspolitik gestimmt haben, hätte für Diane Pohl eigentlich ein Feiertag sein sollen. Vor genau zwölf Jahren, am 29. Januar 2013, kam die gebürtige Südafrikanerin nach Deutschland – „um bei dem Mann zu sein, den ich liebe“. So schrieb sie es auf Facebook. Doch statt zu feiern, fühlte sich Diane Pohl an diesem Jubiläumstag „so unsicher wie noch nie“: Sie sei in Apartheid aufgewachsen, „und ich weigere mich, das noch einmal durchleben zu müssen“.
Rassismus„Ich weigere mich, das noch einmal durchleben zu müssen“
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Diane Pohl ist vor zwölf Jahren aus Südafrika nach Bayern gekommen. Jetzt ist sie neue Sprecherin des Dachauer Integrations- und Asylbeirats. Über eine Frau, die sich hier wohlfühlt und dennoch gerade jetzt darüber nachdenkt, Deutschland wieder zu verlassen.
Von David Kulessa, Dachau

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