KZ-Gedenkstätte DachauMichael Lorenz wird neuer Pfarrer der Versöhnungskirche

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 Michael Lorenz verlässt die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Germering Richtung Dachau.
 Michael Lorenz verlässt die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Germering Richtung Dachau. Günther Reger

Der 53-jährige Pfarrer der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Germering tritt zum 1. Januar 2027 die Nachfolge von Björn Mensing an. Er will einen Fokus auf die Auseinandersetzung mit dem Rechtsruck der Gesellschaft legen.

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Die Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau bekommt einen neuen Pfarrer: Michael Lorenz von der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Germering tritt zum 1. Januar 2027 die Nachfolge von Björn Mensing an. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet.
Mit seiner theologischen Erfahrung, seinem Engagement in der Erinnerungsarbeit und „seiner bestehenden Verbundenheit zu dem Ort und den Themen bringt Michael Lorenz die besten Voraussetzungen für diese verantwortungsvolle Aufgabe mit“, sagte der zuständige Oberkirchenrat Stefan Blumtritt zur Berufung des neuen Pfarrers an der Versöhnungskirche.

Der Münchner Stadtdekan Bernhard Liess sagte in seiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzender der Versöhnungskirche: „Wir freuen uns, dass Herr Lorenz die Leitung der Versöhnungskirche an dieser herausragenden Gedenkstätte übernimmt und zugleich die zukünftige evangelische Gedenkstättenarbeit in Bayern konzipiert.“ Der Theologe verfüge über die richtigen Kompetenzen, um Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit auch künftig als „wesentliche Aufgabe der evangelischen Kirche“ fortzuführen.

Lorenz ist in Dachau kein Unbekannter: Nach seinem Theologiestudium in Erlangen, Jerusalem und Bonn absolvierte er von Juni 2009 an der Versöhnungskirche ein einjähriges Spezialvikariat in der Gedenkstättenarbeit. „Das war eine sehr intensive Zeit, in der ich viel ausprobieren konnte und viele Begegnungen mit Zeitzeugen wie Max Mannheimer und Walter Joelsen hatte“, sagte der 53-Jährige dem Evangelischen Pressedienst.

Mittlerweile gebe es immer weniger NS-Überlebende. Die Erinnerungsarbeit unter diesen Bedingungen neu aufzustellen, sei „eine wichtige Aufgabe auch der Kirchen“, betonte Lorenz. Zugleich sei die Vernetzung mit den Kollegen anderer evangelischer Erinnerungsorte in Bayern wie Herzogsägmühle oder Rummelsberg geplant, um ein gemeinsames Konzept für diese Arbeit zu entwickeln. Außerdem wolle er einen Fokus auf die Auseinandersetzung mit dem Rechtsruck der Gesellschaft und faschistischen Denkmustern heute legen.

Nach seinem Studium war Michael Lorenz drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Praktische Theologie in Bonn tätig. 2008 wurde er in München zum Pfarrer ordiniert und schrieb anschließend eine Doktorarbeit über den „Erfahrungsbezug der Predigtsprache“. Nach seiner Station in Dachau ging er 2010 als Pfarrer nach Weiden in der Oberpfalz, bevor er die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Germering übernahm. Der 53-Jährige ist verheiratet und hat zwei Töchter.

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