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Dachau:Melodien, die Mut machen

Konzert zum 80. Jahrestag der Deportation polnischer NS-Gegner

Mit einem Gedenkkonzert wird am Sonntag, 15. September, um 16 Uhr in der Evangelische Versöhnungskirchen in der KZ-Gedenkstätte Dachau an den 80. Jahrestag des ersten Transportes von NS-Gegnern aus Polen ins KZ Dachau erinnert: Zwei Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen traf am 16. September 1939 der erste Transport mit 25 Männern im Konzentrationslager Dachau ein. Bis April 1945 verschleppten die Nationalsozialisten mehr als 40 700 polnische Häftlinge nach Dachau, fast 10 000 von ihnen wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt, etwa 1800 als Geistliche unterschiedlicher Konfessionen.

Im Lager stellten die Polen die größte nationale Gruppe. Etwa 8400 Männer und Frauen aus Polen wurden im Dachauer KZ-System ermordet. Doch selbst am Ort des Terrors fanden polnische Häftlinge Mittel und Wege zur Selbstbehauptung. Zeitweise duldete die SS kulturelle Darbietungen. "Hier in Dachau höre ich unsere Melodien ... Ich vergaß den elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun" - so erinnerte sich Adam Kozłowiecki SJ an die Aufführung Ende August 1943 auf dem Appellplatz. Zum Gedenkkonzert kommt aus Warschau der international bekannte Jazz-Geiger Adam Bałdych und improvisiert Melodien, die in Dachau Häftlinge ermutigt haben, und Werke von Szymon Laks (1944/45 im KZ Dachau) und anderen verfolgten polnisch-jüdischen Komponisten. Andrzej Osiak, Generalkonsul der Republik Polen in München, erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Unter Mitwirkung von Ernst Grube, Schoah-Überlebender und Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und des Kuratoriums der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, wird namentlich an polnische Häftlinge mit unterschiedlichem Verfolgungshintergrund erinnert. Als Ehrengäste kommen aus Polen Janina und Katarzyna Werner, Schwiegertochter und Enkeltochter von Bronisław Werner, der 1941 in Dachau ermordet wurde. Der Eintritt ist frei. Wenn im Kirchenraum alle Plätze belegt sind, wird das Gedenkkonzert in den Innenhof und in den Gesprächsraum der Versöhnungskirche übertragen.