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Junger Zauberer aus Dachau:Erst Mathe, dann Magie

Magic Maxl

Der Dachauer Zauberkünstler Magic Maxl ist nicht nur einer der Jüngsten und Talentiertesten im Magier-Metier, auch durch sein traditionell bayerisches Erscheinungsbild sticht er hervor.

(Foto: Sebastian Konopix/oh)

Der 13-jährige Maximilian Schmalhofer aus Dachau führt zwei Leben: eines als normaler Schüler und eines als der Zauber-Star "Magic Maxl".

Maximilian Schmalhofer als einen ganz normalen 13-jährigen Jungen zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht. Es nicht zu tun, wäre aber auch falsch. Maximilian oder Maxl, wie ihn seine Familie nennt, oder "Magic Maxl", wie ihn sein Publikum kennt, ist anders als seine Altersgenossen - und auch wieder nicht. Wie alle Jungen geht der Gymnasiast gerne mit Freunden radeln, lümmelt im Bett und liest, baut mit winzigen Legosteinen Häuser, spielt Klavier, geht mit den Eltern zum Skifahren, mag Tauchen und trägt eine Zahnspange. Und doch ist er anders. Denn seine Legostädte sind Kulissen für seine selbstgemachten Stop-Motion-Filme, seine Bücher handeln von Zaubertricks, und anstelle von Autogrammkarten großer Fußballstars hängen an seiner Tür die von den größten Zauberern der Welt - mit ihm im Arm. Seit seinem neunten Lebensjahr bewegt sich Maxl auf kleinen und großen Zauber- und anderen Bühnen vor kleinem und großem Publikum - und nicht selten sogar vor Fernsehkameras.

Seine Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen. Selbst, wenn die Frage noch gar nicht zu Ende gestellt war. Maxl kennt sie alle. Ungezählte Male bekam er sie schon gestellt. Ungezählte Male hat er sie beantwortet. Wie er zum Zaubern kam? "Meine Oma schenkte mir zum fünften Geburtstag einen Zauberkasten. Aber erst, als ich zwei Jahr später in einer Zauberschau war, beschäftigte ich mich wirklich damit und wollte es lernen." - Ob er Lampenfieber hat? "Nur bei Meisterschaften und nur ganz kurz davor." Das Medieninteresse an dem 1,45 Meter großen, zierlichen und selbstbewussten, aber nicht arroganten Jungen, der Hochdeutsch mit leichtem Akzent spricht und auf der Bühne mit Filzhut und Trachtenweste so herrlich bairisch redet, ist so groß wie sein Talent: Bereits mit neun Jahren wurde Maximilian Schmalhofer im Zauberring München und im Magischen Zirkel von Deutschland aufgenommen - als jüngstes Mitglied. 2016 nahm er auch nach nur zwei Monaten an der Deutschen Jugendmeisterschaft der Zauberkunst teil. "Ich wollte eigentlich nur mal schauen, wie das abläuft", erzählt Maxl. Und prompt belegte er in der Sparte "Parlor Magic" den ersten Platz. 2018 siegte er in der "Allgemeinen Magie". Im vergangenen Jahr war er erneut die Nummer eins beim "Parlor Magic".

Gleich beim ersten Auftritt setzte sich der Dachauer sein Markenzeichen: Weil zu dieser Zeit gerade das Oktoberfest stattfand und wegen der Kürze der Zeit, wählte die Familie die Tracht. Damit bezauberte der kleine blonde bayerische Bub mit den blauen Augen das Publikum und die Juroren genauso wie mit seiner Zauberkunst selbst. Fernsehshows, Veranstalter und Agenten klingelten bei ihm an. Die Eltern wurden zu Managern, die aber tunlichst darauf achten, dass ihr Sohn bei all dem Rummel noch Kind bleiben kann.

Bestmöglich unterstützen sie ihn. Urlaube werden so geplant, dass Zauberkongresse wie vor zwei Wochen in Blackpool und Meisterschaften angefahren - oder aber Shows besucht werden können: Im Sommer gibt es wieder einen Abstecher nach Las Vegas. Ein Zimmer des Hauses wurde ebenfalls für Maximilian zum Üben eingerichtet - und ein bisschen Gänsehaut ist schon dabei, wenn man es betritt: Schwarz sind die Vorhänge, schwarz auch der Stoff, der um den großen Spiegel drapiert ist. Davor übt Magic Maxl seine Tricks - lieber aber noch filmt er sich dabei. "Das ist effektiver, weil man da nicht dauernd neugierig in den Spiegel blinzelt", sagt er und lacht. Denn beim Trainieren geht es nicht nur um die Tricks. Ein guter Zauberer muss auch schauspielern können und sein Publikum geschickt mit Erzählungen und Gesten ablenken. Das gelingt dem kleinen großen Charmeur vortrefflich!

Üben tut Magic Maxl fast täglich - vor Meisterschaften natürlich öfter. Bis an die Decke reichen die Regale mit Urkunden, Büchern und Utensilien - auch ein Kasten mit Schwertern ist dabei. Er strahlt: "Dort hinein wird nur der Kopf gesteckt", erzählt er und dass er schon einmal das Haupt eines Zauberkollegen verschwinden ließ. Auf einem Tisch liegen die Requisiten für die neue Show: Holz-Weißwürste und Holz-Äpfel, mehr darf nicht verraten werden. Sichtgeschützt verpackt und sortiert sind in vielen Kisten seine vergangenen Programme. Im Schnitt steht Maxl zwei Mal im Monat auf der Bühne oder unterhält - wie am heutigen Samstag im Schloss Blumenthal - die Gäste beim Magic Dinner. Wie viele Zaubertricks er auf Lager hat? Er zuckt mit den Schultern; diese Frage kann er nicht beantworten. Weil es so viele Trick sind - und doch sind es immer noch nicht genug. Auf Workshops in Ida Oberstein, in den Zauberzirkeln und Kongressen und in den großen Shows holt er sich immer neue Anregungen und Ideen.

Maxl Schmalhofer, der in die 7. Klasse des Taschner-Gymnasiums geht und der schon jetzt sein Hobby zum Beruf gemacht hat, mit dem er Geld verdient (und damit sein Hobby finanziert), ist ein Star. Und auch wieder nicht. Zumindest nicht in der Schule, wo seine Kameraden kaum Notiz von seiner Bekanntheit nehmen und sich seine Leistungen ohne Anstrengung im guten Bereich bewegen. Magic Maxl ist halt doch "nur" ein ganz normaler und vielleicht auch darum ein ganz besonderer Junge.

Magic Maxl zaubert am Samstag, 29. Februar, beim "Magischen Dinner" in Schloss Blumenthal. Eintritt 79 Euro inklusive Aperitif und Drei-Gänge-Menü. Das Dinner geht von 18.30 bis 21.30 Uhr. Reservierungen und Karten unter www.schloss-blumenthal.de oder per Mail feiern@schloss-blumenthal.de beziehungsweise 08251/8904 300.

© SZ vom 29.02.2020

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