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Dachau:Linie A nimmt Tempo auf

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt vereinbart mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ein klärendes Gespräch. Alle Beteiligten sollen zusammenkommen, um die Weichen für den S-Bahn-Ausbau zu stellen.

Gelingt in der Hängepartie um den Ausbau der Linie A von Altomünster nach München zur zweiten S-Bahn des Landkreises Dachau doch noch der Durchbruch? Sollte es das Eisenbahnbundesamt tatsächlich schaffen, das für den Landkreis zentrale Verkehrsprojekt bis Ende des laufenden Jahres und nicht erst Mitte 2013 zu genehmigen? Ist also der bisher vorgesehene Termin für die Fertigstellung der elektrifizierten Trasse bis zum Dezember 2014 doch noch realistisch? Die CSU-Landesgruppenchefin in Berlin und Dachauer Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt ist seit ihrem Gespräch am Rande des Plenums des Bundestags mit ihrem Parteifreund, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, am Donnerstagvormittag sehr zuversichtlich.

Kurzfristig soll eine Gesprächsrunde mit Ramsauer, mit ihr, dem Präsidenten des Eisenbahnbundesamts in Bonn, Gerald Hörster, dem Dachauer Landrat Hansjörg Christmann (CSU), dem Sprecher der 17 Bürgermeister des Landkreises, Konrad Wagner aus Altomünster, sowie den beiden Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath (CSU) und Martin Güll (SPD) stattfinden. Das Ziel haben Hasselfeldt und Ramsauer ebenfalls vereinbart: Das Genehmigungsverfahren für die Linie A soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Dann könnte im Winter die Ausschreibung der Arbeiten stattfinden. Schließlich würde in einer ersten Bauphase in den großen Sommerferien 2013 mit Trassenneubau und Elektrifizierung begonnen werden. In den Sommerferien 2014 könnten die Arbeit fertiggestellt werden. Die neue, zweite S-Bahnlinie für den Landkreis gilt im gesamten Öffentlichen Nahverkehr mittlerweile als "Bahnknotenpunkt", wie es das bayerische Wirtschaftsministerium formuliert. Damit hat es die 99 Jahre alte "Ludwig-Thoma-Bahn" oder "Bockerlbahn", von einer beschaulichen touristischen Attraktion zu einem wichtigen Bestandteil des S-Bahnnetzes gebracht.

Wie Gerda Hasselfeldt im Gespräch mit der SZ am Donnerstag weiter ausführte, war sie noch im April dieses Jahres nach einem Treffen mit Vertretern der Deutschen Bahn AG davon ausgegangen, dass das Genehmigungsverfahren des Eisenbahnbundesamts, einer Behörde des Bundesverkehrsministeriums, noch im September 2012 mit einem positiven Bescheid beendet würde. Dieser Termin sei ihr von der Deutschen Bahn genannt worden. Ein Antwortschreiben des Präsidenten des Eisenbahn-Bundesamts, Gerald Hörster, habe sie dann alarmiert. Er habe ihr mitgeteilt, dass das Verfahren nicht vor Mitte 2013 abgeschlossen werden könne. Deswegen habe sie am vergangenen Samstag auf der Delegiertenversammlung der Kreis-CSU in Dachau die drohenden Verzögerungen beim Ausbau der Linie A öffentlich angesprochen. Denn: "Ich kann mir nicht gefallen lassen, was das Eisenbahn-Bundesamt sagt." Als "einzige Konsequenz" sei ihr die Möglichkeit geblieben, "dass politisch mehr Druck gemacht wird".

"Hellhörig" sei sie vor allem deswegen geworden, weil aus dem Schreiben des Präsidenten Hörster klar zu entnehmen gewesen sei, dass der vorgesehene Termin für Mitte 2013 keine verbindliche Zusage bedeutet. Hasselfeldt: "Ich musste die Reißleine ziehen." Die Pressestelle der Behörde hatte auch in der Stellungnahme für die SZ von "naturgemäß vielschichtigen Unwägbarkeiten" geschrieben. Am vergangenen Samstag hatte Hasselfeldt der Kreis-CSU berichtet, dass diese Behörde die zögerliche Behandlung der Linie A auf Personalmangel zurückführt. Am Donnerstag sagte sie der SZ: "Dann müssen die Beamten halt Überstunden machen."

Das zweite Problem der Hängepartie um die Linie A darf nach übereinstimmender Auffassung von Hasselfeldt und dem bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) als so gut wie gelöst betrachtet werden. Die Frage der Finanzierung zwischen Wirtschaftsministerium und Deutscher Bahn AG gilt als geklärt. Trotzdem hat Zeil jetzt in einem Brief vom Dienstag dieser Woche Hasselfeldt attackiert. Die Bundestagsabgeordnete wundert sich darüber und gibt sich entspannt. "Ich bin anderes gewöhnt."

© SZ vom 28.09.2012

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