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Mitten in Dachau:Wurm ohne Fortsatz

Lindwurm Klagenfurter Platz Dachau

Auch der Schutzwall aus Blumen hat nichts geholfen: Der Lindwurm ist wieder schwanzlos.

(Foto: Thomas Radlmaier)

Der Lindwurm am Klagenfurter Platz hat schon wieder seinen langen Ringelschwanz verloren. Unbekannte haben den Schweif schon zum zweiten Mal abgebrochen. Wer tut so etwas?

Es muss am vergangenen Wochenende passiert sein, ausgerechnet als die Dachauer Delegation in Klagenfurt mit den österreichischen Freunden das 45-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft feierte: Der Lindwurm am Klagenfurter Platz in Dachau hat schon wieder seinen langen Ringelschwanz verloren. Innerhalb von nur vier Monaten haben Unbekannte den Schweif zum zweiten Mal abgebrochen. Wieder steht der Lindwurm, das Wappentier Klagenfurts und das Symbol der Freundschaft beider Städte, ohne Fortsatz da.

Die Stadt Dachau hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Und man fragt sich: Wer tut so etwas? Stecken dahinter kranke Fetischisten, handelt es sich gar um eine Serie hinterhältiger Schwanzverbrechen durch Lindwurmhasser?

Der Lindwurm wurde erst Anfang April aufgestellt

Klar ist: Die Wunden der ersten Tat waren gerade erst geheilt. Die Skulptur wurde Anfang April aufgestellt. Doch schon vier Tage nach der offiziellen Einweihung brach jemand den Schweif ab. Die Stadt reagierte und ließ den Lindwurm an seiner Schwachstelle verstärken. Zudem pflanzten Mitarbeiter um den Sockel, auf dem die Figur steht, Blumen an, quasi als Schutzwall, damit jeder sehen kann, dass man da nicht herumturnen soll. Geholfen hat es nichts. Kulturamtsleiter Tobias Schneider geht davon aus, dass die zweite Tat nicht zufällig passiert sein kann. "Da hat jemand ganz schön hingelangt", sagt er. Die Stadt werde nun erneut überlegen, wie man den Wurm zusätzlich sichern könne.

Spontan fallen einem folgende Ideen ein: eine Kamera aufstellen, Drachenwächter 24/7 patrouillieren lassen, Stromzaun um Lindwurm bauen. Am besten wäre es aber natürlich, der Drache würde sich selbst verteidigen. Um mögliche Übeltäter abzuschrecken, müsste er nur sprechen können. Man stellt sich das so vor: Wenn sich jemand gefährlich nah heranwagt, sagt der Lindwurm mit einer tiefen, rauchigen Drachenstimme: "Schleichts eich, ihr Zipfeklatscher!" Dazu lässt er seine Augen feuerrot leuchten. Die möglichen Verbrecher würden das Weite suchen und den Schwanz einziehen. Aber das ist nur so eine Idee.

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