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Dachau:Lagergemeinschaft für Streichung von "Rasse"

Die Lagergemeinschaft Dachau, gegründet von überlebenden Häftlingen des KZ Dachau, hat sich in die Diskussion über den Begriff "Rasse" im Grundgesetz eingeschaltet. Nachdrücklich schließt sie sich den aktuellen Aktivitäten zur Streichung des Begriffs aus dem Grundgesetz an, betont die Lagergemeinschaft in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es darin: "Wir anerkennen, dass das Grundgesetz in antirassistischer Absicht verfasst wurde, auch der Artikel 3, Absatz 3. Die Verwendung des Begriffs Rasse verweist dort aber nach unserer Auffassung zwar durchaus auf das Problem des Rassismus, aber für heutige Sicht doch missverständlich." Es gebe keine menschlichen Rassen, dies sei wissenschaftlich unumstritten, aber die Anwendung des Begriffs habe in der deutschen Vergangenheit zu millionenfachem Mord geführt. "Der Begriff Rasse ist der zentrale Begriff, der die NS-Vernichtungspolitik bestimmt hat. Er ist DER Begriff, den die Nationalsozialisten zur Grundlage und zum Ausgangspunkt ihrer verbrecherischen Politik gemacht haben." Als alternative Formulierung schlägt die Lagergemeinschaft daher den Satz vor: "Niemand darf aus rassistischen Gründen benachteiligt werden."

© SZ vom 18.06.2020 / SZ

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