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Nationalsozialismus:Die vergessenen Frauen von Dachau

"Das KZ-Bordell" wurde wohl am 18. April 1944 eröffnet. Die Baracke lag im nordöstlichen Eck des Lagers, heute ist von den Gebäuden nichts mehr übrig.

(Foto: Toni Heigl)

1944 wurde im KZ Dachau ein Bordell eingerichtet. 19 Frauen mussten dort als Zwangsprostituierte arbeiten. Über das Schicksal der Sexsklavinnen und das perfide Kalkül der SS.

Von Thomas Balbierer

Johanna G. ist ein Weihnachtskind. Sie kommt am 26. Dezember 1917 im sächsischen Dorf Lichtentanne zur Welt, doch Glück beschert ihr dieses Datum nicht. An ihrem 25. Geburtstag, dem zweiten Weihnachtstag 1942, wird sie im thüringischen Altenburg von der Gestapo verhaftet. Die Nazis werfen der jungen Haushaltsangestellten "Arbeitsbummelei" vor. Wer dem System nicht dient, der schadet ihm in der Ideologie der Nationalsozialisten, und so stempelt der NS-Apparat die vermeintlich arbeitsfaule Frau als "Asoziale" ab. Über das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück kommt Johanna G. am 4. Mai 1944 ins KZ Dachau, wo die SS wenige Wochen zuvor ein Bordell für Häftlinge eröffnet hat. Auch sie wird zum Sex mit Gefangenen gezwungen.

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