KZ-Gedenkstätte Dachau:Neuer Parkplatz vor der KZ-Gedenkstätte

KZ-Gedenkstätte Dachau: Ansprechend begrünt und barrierefrei gestaltet ist der neue Parkplatz an der Gedenkstätte. Es gibt Flächen für Fußgänger und welche für Fahrzeuge.

Ansprechend begrünt und barrierefrei gestaltet ist der neue Parkplatz an der Gedenkstätte. Es gibt Flächen für Fußgänger und welche für Fahrzeuge.

(Foto: Toni Heigl)

Nach zwei Jahren Bauzeit ist der Parkplatz vor der KZ-Gedenkstätte in Dachau fast fertig. 228 Autos und 42 Busse haben auf dem Gelände nun Platz, dennoch könnte es an manchen Tagen eng werden.

Von Julia Putzger, Dachau

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit findet das lästige Provisorium nun bald ein Ende: Die Umbauarbeiten am Parkplatz der Dachauer KZ-Gedenkstätte werden Ende August abgeschlossen, schon jetzt ist er nutzbar. Die neue "Visitenkarte", die sich Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, für das Gelände gewünscht hatte, war allerdings nicht ganz billig: Statt der ursprünglich geplanten viereinhalb Millionen Euro kostete die Erneuerung des Parkplatzes die bayerische Staatsregierung 5,7 Millionen Euro.

Diese Investition war dringend nötig: "Das Gelände erinnerte an die oberbayerische Seenlandschaft. Da gab es an regnerischen Zeiten dann nicht nur den Tegernsee oder den Starnberger See, sondern auch den Dachauer See", denkt Freller an den vormaligen Zustand des Parkplatzes zurück. Tatsächlich glich das Gelände früher bei Regenfällen einer großen Schlammpfütze und bei Frost einer Eisbahn, weshalb weite Teile nicht wirklich benutzbar waren. Grund dafür waren großflächige Absackungen des Untergrunds. Die Oberflächenbefestigungen waren verbraucht und die Entwässerung nicht mehr funktionsfähig, wie Andreas Kronthaler, Leiter des Staatlichen Bauamts Freising, erklärt. Vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten mussten deshalb umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen des Untergrunds durchgeführt werden. Da sich unter dem Gelände eine ehemalige Mülldeponie befindet, habe das Aushubmaterial oft mehrere Wochen auf der Baustelle gelagert werden müssen, damit man Schadstoffanalysen durchführen konnte. Damit die Besucher trotz allem eine Parkmöglichkeit hatten, wurden immer wieder wechselnde Bereiche der Baustelle als provisorische Parkfläche hergerichtet. Das alles habe schlussendlich zur langen Bauzeit geführt, sagt Kronthaler.

Der neue Parkplatz der KZ-Gedenkstätte Dachau ist größer geworden

Der neue Parkplatz ist nun nicht nur grüner, um die vorgeschriebenen Flächen zur Versickerung des Niederschlagswassers zu bieten, sondern auch größer. Insgesamt stehen 228 Pkw- und 42 Busstellplätze zur Verfügung - zuvor fanden rund 150 Autos und 32 Busse Platz. Bei Bedarf könne man die Kapazitäten von Bus und Pkw-Plätzen untereinander ausgleichen, erklärt Kronthaler. Das Areal ist barrierefrei gestaltet, die Trassen für Fahrzeugverkehr und Fußgänger weitestgehend getrennt. Außerdem gibt es auf dem Parkplatz nun ein fest installiertes Kassengebäude für Aufsichtspersonal und Besuchertoiletten.

Bevor der neue Parkplatz offiziell eingeweiht wird, müssen noch einige Restarbeiten abgeschlossen werden, informiert Kronthaler vom Staatlichen Bauamt. Im Wesentlichen fehlten noch die Verkehrszeichen, Markierungen für die Busstellplätze und Schranken - denn für das Parken auf dem Areal wird weiterhin eine Gebühr von drei Euro pro Pkw oder Motorrad und eine Gebühr von fünf Euro pro Bus oder Wohnmobil verrechnet. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) hatte den Anwohnern vor zwei Jahren bei Diskussionen rund um die Planungen zwar versprochen, sich gegen Parkgebühren einzusetzen, da die Bürger sonst weiterhin Chaos durch parkende Touristen befürchteten. Diesen Wunsch konnte er aber anscheinend nicht umsetzen. Stiftungsdirektor Freller bittet um Verständnis: "Die Gedenkstätte benötigt die Einnahmen. Außerdem soll das kein Abstellplatz oder Ersatzparkhaus, sondern ein Parkplatz für die Besucher der Gedenkstätte sein."

Eine Million Menschen besuchen die KZ-Gedenkstätte Dachau pro Jahr

Chaos vor den Häusern der Anwohner durch parkende Autos von Besuchern könnte allerdings auch aufgrund mangelnder Kapazitäten auf dem neuen Parkplatz drohen: Zwar ist dieser größer als früher, und Stiftungsdirektor Freller geht davon aus, "dass der Parkplatz in der Regel ausreichen wird". Mit rund einer Million Gedenkstättenbesucher im Jahr könne es aber zumindest an manchen Tagen, etwa bei Gedenkfeierlichkeiten oder während der Urlaubssaison im Sommer, knapp werden, vermutet Freller. "Wir hatten eine enorme Zunahme an Besuchern in den letzten Jahren", sagt er.

Das Staatliche Bauamt in Freising hatte schon 2004 mit Planungen für einen Umbau des Geländes begonnen, diese waren jedoch im Sande verlaufen. 2009 wurde ein neuer Versuch gestartet, doch den Plänen stimmte der Stadtrat erst im November 2017 zu. Die Anwohner der Pater-Roth-Straße standen dem Umbau seit jeher skeptisch gegenüber, da sie durch die neue Anordnung der Busstellplätze eine erhöhte Lärmbelästigung erwarteten. Auch während der Bauarbeiten kam es immer wieder zu Beschwerden über Falschparker.

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