Dokumentarfilm über KZ-Gedenkstätten:Blick in den Maschinenraum der Erinnerung

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Eine Szene aus dem Film "Heute ist das Gestern von Morgen". Der Film zeigt die alltägliche Arbeit an der KZ-Gedenkstätte Dachau. (Foto: Jonas Neumann)

Jonas Neumann zeigt mit seiner neuen Dokumentation "Heute ist das Gestern von Morgen", wie Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Dachau tagtäglich gegen das Vergessen ankämpfen. Jetzt hat der Film auf dem Dok-Fest in München Premiere gefeiert.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Abba Naor startet den Motor. Der hochbetagte Holocaust-Überlebende lässt das Auto aus der Garage rollen, dann lenkt er es durch den Münchner Stadtverkehr. Maximilian Lütgens, ein Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Dachau, hockt auf dem Beifahrersitz. Er gibt das Ziel der Fahrt ins Navi ein: eine Schule im Münchner Umland. Draußen ziehen Gebäude am Mittleren Ring vorbei. Naor erzählt Lütgens von seinem Sohn, seinen Enkeln und Urenkeln. Kurz darauf stehen sie in einer Turnhalle, wo Naor den Schülern gleich davon berichten wird, was er in den Lagern erlebte. Bilder auf einer Leinwand sollen seinen Vortrag untermalen. Doch die Sonne scheint so ungünstig in die Halle, dass die Fotografien kaum zu sehen sind. Naor und Lütgens blicken auf die Leinwand. "Die ganze Erzählung ohne den Effekt der Bilder", sagt Naor, "das ist ein bisschen...scheiße." Schnitt.

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