Im März vergangenen Jahres hat die Brandschutzsanierung der Schrannenhalle begonnen, sie muss nun grundlegender ausfallen als gedacht. Kürzlich musste der Finanzausschuss des Dachauer Stadtrats deshalb eine satte Kostensteigerung zur Kenntnis nehmen: 1,4 Millionen Euro zusätzlich sind fällig, inzwischen stehen acht Millionen Euro Gesamtkosten im Raum. Auch die Fertigstellung verzögert sich. Sie ist jetzt nicht mehr für kommendes Jahr, sondern für Frühjahr 2028 anvisiert.
Obwohl sie erst 2002 eröffnet wurde, wies die umgebaute historische Markthalle schon früh zahlreiche Mängel auf – bei der Elektrik, der Belüftung, den Wasser- und Heizungsleitungen und dem Tragwerk. Die Ursachen sind teils auf Planungsfehler, teils auf fehlerhafte Ausführungen zurückzuführen. Das ganze Ausmaß der Statik-Probleme stand erst Ende vergangenen Jahres fest. Da hatte man erstmals die historische Holzbalkendecke über dem ersten Stock geöffnet und eine unschöne Überraschung erlebt.
Decken- und Dachkonstruktion müssen ertüchtigt werden
Es war eine der Vorgaben des Denkmalschutzes, dass die historischen Bestandsdecken der 1832 errichteten Markthalle beim Umbau im Jahr 2002 erhalten bleiben sollten. Deshalb, so heißt es in der Sitzungsvorlage der jüngsten Bauausschuss-Sitzung, konnten die schadhaften Deckenkonstruktionen bis dahin nicht eingesehen werden. Dann aber war klar: Die Decken über dem ersten Obergeschoss und die Dachkonstruktion mussten dringend ertüchtigt werden. Zudem mussten sämtliche Boden- und Deckenbeläge über dem ersten Obergeschoss und alle nichttragenden Wände entfernt werden.
Zusätzlich zu all dem Unbill entstand im Januar dieses Jahres auch noch ein Frostschaden an der Heizungsanlage, der laut städtischem Bauamt mit rund 150 000 Euro zu Buche schlägt. Weil die Anlage nicht vollständig entleert worden war, verformten sich sämtliche Heizkörper und Heizstränge in den beiden Obergeschossen. Sie müssen nun allesamt erneuert werden, „mit entsprechendem Planungsvorlauf“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Die Stabsstelle Recht sei bereits in Klärung wegen möglicher Schadensersatzansprüche gegen die verantwortlichen Baubeteiligten.
Ein weiterer Kostentreiber war die Insolvenz der Baumeisterfirma im Oktober vergangenen Jahres. Die Baumeisterarbeiten wurden daraufhin neu ausgeschrieben und konnten nur für 80 000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen neu vergeben werden. Auch hier prüft die Stabsstelle Recht, ob Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden können.

