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Dachau:Kreistagsmehrheit lehnt Gesundheitsausschuss ab

Die Kreistagsfraktion der SPD hat einen Gesundheitsausschuss gefordert - vor dem Hintergrund der Pandemie, aber auch um den Bürgern zu signalisieren, "dass sich der Landkreis kümmert", wie Fraktionssprecher Harald Dirlenbach es in der Sitzung formulierte. Vor allem im Zusammenhang mit dem Helios-Amper-Klinikum sei der Landkreis immer wieder ins Gespräch geraten und politisches Engagement gefordert worden, so Dirlenbach. Landrat Stefan Löwl (CSU) hielt dagegen, dass der Landkreis sich in der Vergangenheit bewusst dafür entschieden habe, das Thema Gesundheit nicht im Landratsamt zu behandeln - auch deshalb, weil die Fachkompetenz fehle. Gleichwohl kümmere man sich natürlich um das Thema: zum einen durch Anteile am Klinikum und er selbst als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, aber auch durch die Genossenschaft Gesundheitsregion Plus. Bernhard Seidenath (CSU), Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im bayerischen Landtag, unterstützte Landrat Löwl: Es sei gut, sich auch auf Kreisebene mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen, aber "einen Mehrwert durch einen Ausschuss sehe ich nicht". Vielmehr sei es wichtig, dass weitere Landkreisgemeinden der Genossenschaft beiträten. Marese Hoffmann (Grüne) sagte, die Genossenschaft sei "offenbar nicht präsent genug" und regte an, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Gegen die Bildung eines Gesundheitsausschusses stimmten schließlich alle Kreisräte mit Ausnahme von Harald Dirlenbach und Florian Hartmann (beide SPD).

© SZ vom 25.11.2020 / jala
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