Klimaschutz in Dachau"Das Konzept ist zu wenig konkret"

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Interessierte und Mitglieder des Arbeitskreises Klimaschutz informieren sich im Thoma-Haus über das neue Klimaschutzkonzept.
Interessierte und Mitglieder des Arbeitskreises Klimaschutz informieren sich im Thoma-Haus über das neue Klimaschutzkonzept.
Niels P. Jørgensen

Bei einer Informationsveranstaltung kritisieren Bürger das neue Klimaschutzkonzept der Stadt.

Von Andreas Förster, Dachau

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Klimaneutral will die Stadt Dachau werden. Das heißt, die Treibhausgase müssen radikal gesenkt werden. Und zwar bis 2040, das empfehlen Bund und Freistaat. Deshalb hat die Stadt ein Klimaschutzkonzept erstellt und am Donnerstagabend im Ludwig-Thoma-Haus der Öffentlichkeit präsentiert.

Vertreter des Arbeitskreises Klimaschutz, der sich ehrenamtlich für die Erstellung des Konzeptes stark gemacht hat, sowie Interessierte nahmen an der Informationsveranstaltung teil. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) und der Klimaschutzbeauftragte André Suck ermunterten sie, sich mit Fragen und Kommentaren zum Konzept zu Wort zu melden.

"Die Herausforderung ist groß"

Wolfgang Klade bemängelte die Potenzialanalyse der Stadt. Diese sei zu wenig ambitioniert, sagte er. Schließlich wisse man ja schon lange, dass die Zeit dränge. Suck und Hartmann hielten dagegen: "Die Herausforderung ist groß", sagte Suck, auch hinsichtlich der Finanzierbarkeit. Man dürfe sich nicht mit unrealistischen Zielen verzetteln, die dann keine Umsetzung fänden. Hartmann betonte mehrfach, dass der Klimaschutz eine freiwillige kommunale Aufgabe sei. "Der Freistaat will dadurch verhindern, dass er sich an den Maßnahmen beteiligen muss", sagte er. So bleiben die Kommunen wieder auf sich alleine gestellt.

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Bis 2040 will Dachau klimaneutral werden. Doch das neue Klimaschutzkonzept zeigt, wie wenig Einfluss die Stadt hat, damit dieses Ziel erreicht wird. Stattdessen kommt es vor allem auf die privaten Haushalte an.

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Heinrich Bömecke, ein Ingenieur aus Dachau-Ost, vermisste Kreativität bei technischen Lösungen. Er hätte sich zum Beispiel eine Thermosolar-Lösung für das neue Hallenbad gewünscht. "Man kann mit Klimaschutz ja auch Geld verdienen", sagte er. Suck stimmte zu: Man müsse in Richtung Wärme-Effizienz mehr tun. Hartmann sagte: "Wir haben einen eigenen Wärmeplan beschlossen", damit werde das Stadtgebiet analysiert, um herauszufinden, wie Dachau am effektivsten mit Wärme versorgt werden könne. Hartmann stellte dazu eine mögliche Kooperation mit einem Geothermie-Unternehmen in Aussicht, außerdem sei man in Gesprächen mit dem Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft hinsichtlich der Nutzung von Abwärme bei der Müllverbrennung. "All das wird geprüft nach Sinnhaftigkeit und Machbarkeit", versicherte er.

"Kann man nicht schon 2035 klimaneutral werden?"

Auch Peter Heller vom Bund Naturschutz kritisierte das neue Klimaschutzkonzept: Die Rolle der Landwirtschaft und des Moorschutzes sei weder im Konzept noch in der Potenzialanalyse berücksichtigt, sagte er. Außerdem bedauerte er, dass die Mitglieder des Arbeitskreises Klimaschutz über die Ergebnisse zu spät informiert worden seien. "So können wir nicht abschließend Stellung beziehen." Viele Zuhörer nickten mit dem Kopf. Und schließlich wollte Heller wissen: "Warum so zögerlich? Kann man nicht schon 2035 klimaneutral werden?" Woraufhin der Klimaschutzbeauftragte warnte, die Beteiligten nicht zu überfordern.

Kritik kam auch von der früheren Stadträtin Elisabeth Schilhabel, die bedauerte, dass die Stadt sich offenbar nicht an anderen Gemeinden orientiere, die im Bereich Klimaschutz schon deutlich weiter seien wie beispielsweise Wildpoldsried im Allgäu. Ähnlich äußerte sich Simon Schories vom ADFC Dachau: "Das ganze Konzept ist mir zu wenig konkret. Es fehlen nicht nur Best-Practice-Beispiele aus anderen Gemeinden, es fehlen auch konkrete Push-Maßnahmen wie die Einführung von Tempo-30-Zonen." Stattdessen gäbe es zu viele Appelle, die nützten aber nicht viel. Er sei insgesamt eher enttäuscht von den Ergebnissen.

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