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Dachau:Junge Union stellt sich gegen besorgte Eltern

In der Debatte um die Maskenpflicht für Grundschüler im Landkreis Dachau stärkt der Dachauer Kreisverband der Jungen Union dem Landratsamt den Rücken. Nachdem die Stadt München Grundschüler von der Maskenpflicht im Unterricht befreit hatte, forderten auch Eltern aus dem Landkreis, die Maßnahme zu kippen. Väter und Mütter von Kindern der Montessori-Schule Dachau sammelten Unterschriften gegen die Maskenpflicht. Sie befürchten gesundheitliche Folgen für ihre Kinder. Doch das Landratsamt und ärztliche Experten halten die Maßnahme vor dem Hintergrund steigender Coronafallzahlen weiterhin für sinnvoll. Auch die Jungen Union sieht die Forderung der besorgten Eltern skeptisch. "Die Situation ist gerade sehr dynamisch, daher sollten wir vorsichtig bleiben", meint die Kreisvorsitzende Julia Grote. Den Kindern sei wenig geholfen, wenn es zu Infektionen in der Schule und damit zur Quarantäne kommen würde. "Unsere kleinen Helden lernen gerade wichtige Lektionen fürs Leben: Solidarität, Disziplin und Resilienz. Wir müssen aber sicherstellen, dass sie auch Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Deshalb hat die Aufrechterhaltung von Präsenzunterricht momentan absolute Priorität", findet Grote. Sollte sich die Infektionsdynamik über die Herbstferien nicht verlangsamen, gebe es wenig Spielraum für eine Lockerung der Maskenpflicht im Klassenzimmer. Die Mitglieder der Jungen Union appellieren daher an die Erwachsenen: "Wenn die Großen sich so rücksichtsvoll verhalten wie die Kleinen, dann wird das doch noch ein schöner Herbst - für alle."

© SZ vom 27.10.2020 / thra

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