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Mitten in Dachau:Luftpost im Redaktionsgarten

Hochzeit Hochzeitskarte im Garten der Redaktion

Diese Hochzeitskarte fand der Autor im Garten der Redaktion, sie hing an zwei Luftballonen.

(Foto: Thomas Radlmaier)

Von Reporterglück spricht man, wenn man unverhofft über eine Geschichte stolpert. Manchmal liegt so etwas einfach draußen vor dem Fenster. Eine Geschichte über Glück und Liebe.

An das Brautpaar: Liebe Bianka, lieber Aiman, es heißt, das Glück bedeute für jeden etwas anderes. Und - um eine weitere Weisheit zu zitieren - für den Journalisten liegen die Geschichten auf der Straße, nur braucht es mitunter eben Glück, um darauf zu stoßen. Manchmal fliegt das Reporterglück auch vom Himmel. In diesem Fall hat der Autor dieser Zeilen eure Hochzeitskarte im Garten des Redaktionsgebäudes in Dachau gefunden.

Ein weißes Band verbindet diese mit zwei Luftballons, denen sprichwörtlich die Luft und buchstäblich das Helium ausgegangen sein muss, als sie über die Altstadt flatterten. Der Wind hatte sie vom mehr als 60 Kilometer weit entfernten Ingolstadt herübergeblasen. Jedenfalls schlussfolgert man das aus der Absenderadresse, die ihr auf die rosarote Karte geschrieben habt und über der eine weiße Taube den Platz für die Briefmarke markiert. "Just married" steht auf der Rückseite, mit der Aufforderung, Grüße zurückzuschicken. Es sind dies zwar keine Grüße von Wolke sieben, aber immerhin aus Dachau.

Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!

Zum Thema Luftpost fällt einem ein, dass vor einigen Jahren ein Münchner Boulevardblatt über Tim berichtete. Tim hatte an seinem siebten Geburtstag eine Karte an einen Luftballon gehängt und in den Himmel steigen lassen. Drei Jahre dauerte es, bis die Karte wieder in München ankam. Der Absender wohnte angeblich am anderen Ende der Welt: in Australien. Demzufolge flog Tims Luftballon mehr als 16 000 Kilometer weit, was Experten zwar praktisch für unmöglich hielten, aber der kleine Tim mit einer simplen Theorie der Zeitung erklärte: Seine Luftpost sei einfach auf ein Schiff gefallen und damit nach Down Under gereist, wo sie ein gewisser "John Oei" gefunden und zurückgeschickt habe.

Auch das ist eine schöne Geschichte über das Glück. Und hier schließt sich der Kreis mit dem glücklichen Brautpaar und dem glücklichen Reporter. Bleibt am Ende nur noch zu sagen: Liebe Bianka, lieber Aiman, herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!

P.S.: Die Originalkarte ist bereits abgeschickt und wird hoffentlich bald in eurem Briefkasten landen. Über den Landweg.