Hebertshausen:Gullydeckel mit Hakenkreuzen beschmiert

Mini Karlsfeld

Wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt das Kommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Die Gemeinde setzt eine Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Die Polizei ermittelt bereits.

Von Joshua Beer, Hebertshausen

Unbekannte haben in der Gemeinde rechtsextreme Symbole und Parolen im öffentlichen Raum angebracht. Die zuständige Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Auf vier Kanaldeckeln seien mit schwarzer Farbe Hakenkreuze gesprüht worden, erklärte Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl (CSU). Die Gullydeckel befänden sich in der Straße Am Eichenberg sowie der Bahnhofstraße. Hinzu kämen weitere Hakenkreuze, jeweils an einer Bushaltestelle und an einem Verteilerkasten, auf dem Reischl zufolge außerdem noch die nazistischen Parolen "Sieg Heil" und "88" geschmiert waren. Auch ein zweiter Verteilerkasten sei mit derselben schwarzen Farbe beschmiert worden.

Reischl postete Fotos der beschmierten Gullydeckel auf Facebook und schrieb dazu: "Wir wurden leider Opfer von Idioten." Die Gemeinde Hebertshausen hat jetzt eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt. "Bei Hakenkreuzen hört der Spaß auf", schrieb Reischl. Er empfiehlt den Tätern "dringend politische Bildung und einen Besuch der KZ-Gedenkstätte mit einem Gespräch eines Zeitzeugen". Eines der Hakenkreuze sei zudem verkehrt herum aufgesprüht, sagte Reischl. "Mit der Bildung kann es da nicht so weit her sein." Der Bürgermeister hat den Vorfall angezeigt, denn das Anbringen von Hakenkreuzen fällt nach Paragraf 86a Strafgesetzbuch unter das "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" und ist daher eine politisch motivierte Straftat. Aus dem Grund ermittle in dem Fall nun das Kommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, so Michael Graf, Pressesprecher der Polizei Oberbayern Nord. Die durch die Schmierereien entstandenen Reinigungskosten schätzt die Polizei auf etwa 250 Euro.

Bürgermeister Reischl teilte mit, dass die Graffiti bereits beseitigt seien. Bisher habe seine Gemeinde "noch nie Probleme" mit rechtsextremer Schmiererei gehabt. Bei den Kommunalwahlen 2020 habe allerdings jemand ein Hakenkreuz auf ein einzelnes Plakat von Reischl gesprüht.

Die Chance, den oder die Verantwortlichen in so einem Fall zu fassen, sei "gar nicht so schlecht", sagt der Polizeisprecher, weil Zeugenaufrufe hilfreich seien und es sich für gewöhnlich um Wiederholungstäter handele. Hinweise nimmt die Polizei unter der Nummer 08141/6120 entgegen.

© SZ vom 14.09.2021
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