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Dachau:Hallenbad kommt auf den Prüfstand

Die Stadt Dachau lässt eine Studie für einen Neubau erstellen. Gleichzeitig treibt sie die Sanierung der Sauna voran.

Die Stadtwerke Dachau werden eine Studie in Auftrag geben, wie teuer ein Neubau des Hallenbads käme und was im Vergleich dazu für eine Generalsanierung ausgegeben werden müsste. Darauf konnten sich am Montag im Werkausschuss des Stadtrats alle einigen. Uneins waren sich die Stadträte darüber, ob derweil parallel die Auftragsplanung für die Sanierung der Sauna im Hallenbad vorangetrieben werden sollte. Die Mehrheit aus CSU, Freien Wählern und FDP sprach sich dafür aus. Ihr Argument: Sonst könne man im kommenden Jahr nicht mehr mit der Sanierung beginnen, falls man sich gegen einen Neubau entscheide.

Zunächst wurde die Idee eines Neubaus im Werkausschuss des Dachauer Stadtrats belächelt. Jetzt aber soll eine Studie über die Kosten im Vergleich zu den Ausgaben für eine Generalsanierung des Hallenbades in Auftrag gegeben werden.

(Foto: DAH)

Im September musste der Werkausschuss bedauernd zur Kenntnis nehmen, dass der Bund eine energetische Sanierung des maroden Hallenbads nicht mehr fördert. CSU-Fraktionschef Christian Stangl stellte seinerzeit die Frage, ob es dann nicht sinnvoller sei, gleich einen kompletten Neubau ins Auge zu fasen. Eine Entscheidung wurde vertagt, bis geklärt ist, ob es dafür aus irgendeinem Fördertopf staatliche Zuschüsse gebe. Das Ergebnis dieser Erkundigungen trug nun am Montag der kaufmännische Werkleiter Robert Haimerl vor: Für schulische Nutzung und Notwendigkeiten gebe es Fördermöglichkeiten durch die Regierung von Oberbayern. Allerdings wolle die Regierung zuvor ein Gutachten über die Wirtschaftlichkeit eines Neubaus oder einer Generalsanierung, ehe sie über einen Zuschuss entscheide.

Haimerl schlug daher vor, eine Studie für beide Konzepte erstellen zu lassen und den Förderantrag einzureichen. "Allerdings wird die Erstellung der Studie entsprechende Zeit in Anspruch nehmen", nahm er den Stadträten die Hoffnung auf eine rasche Realisierung. Daher sei die Frage, ob man nicht parallel die 30 000 Euro teure Planung für die Sanierung der Sauna weiterlaufen lassen sollte, regte der Werkleiter an. Ansonsten hielte er es für unmöglich, mit der Sanierung, deren Kosten laut Investitionsplan der Stadtwerke auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt werden, noch im kommenden Jahr zu beginnen.

CSU-Fraktionschef Stangl zeigte sich zufrieden, dass die Idee eines Neubaus, für die er im September noch belächelt worden sei, nicht mehr als Utopie angesehen werde. Nach ersten Schätzungen sei ein Standardhallenneubau nicht viel teurer als die Generalsanierung. "Das Luftholen und Noch-Einmal-Nachdenken hat sich rentiert", merkte Stangl an. Im Investitionsplan der Stadtwerke sind neben der Saunasanierung (1,6 Millionen Euro) rund 3,65 Millionen Euro für die Sanierung des Hallenbads selber vorgesehen. Der CSU-Fraktionschef sprach sich dennoch klar dafür aus, daneben die Planung für die Saunasanierung weiterlaufen zu lassen.

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, ÜB und Grünen, Volker C. Koch, Peter Denk und Thomas Kreß hingegen sahen überhaupt keine Notwendigkeit für eine parallele Planung. Zumal man die Planung für 30 000 Euro dann "in den Mülleimer schmeißen" müsste, wenn man sich doch für den Neubau entscheiden würde, wie Denk erklärte. Die 30 000 Euro seien im Vergleich zu acht Millionen Euro, die ein Neubau kosten könnte und angesichts der Eilbedürftigkeit verschmerzbar, meinte dagegen Stangl.

Und Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) benutzte gleich eine mittlerweile arg abgegriffene Floskel: "Es gibt keine Alternative." Denn, so der OB weiter, man müsse mit der Saunasanierung spätestens im Frühjahr anfangen, "sonst müssen wir sie zusperren". (Kommentar)