Dachau Gute Idee am falschen Ort

Bund Naturschutz rebelliert gegen Recyclinghof an der Würm

Der Bund Naturschutz kritisiert den Standort, den das Landratsamt für seinen neuen Recyclinghof ausgewählt hat. Im Dachauer Stadtteil Augustenfeld soll neben den Flächen des Entsorgungsunternehmens Fink an der Theodor-Heuss-Straße ein Hallenkomplex entstehen. Schon den bestehenden Entsorgungsbetrieb nennt Peter Heller, Vorsitzender der Ortsgruppe Dachau des BN, "eine Grünzug-Sünde". Aus Sicht der Naturschützer ist der geplante Recyclinghof zu nah an der Würm, die eigentlich weiter renaturiert werden soll. "Diese Möglichkeit darf nicht verbaut werden!", schreibt Heller. Der Grünzug würde um ein weiteres Stück geschlossen und der Frischluftaustausch zwischen Dachau und Karlsfeld weiter behindert. Besonders ärgert die Naturschützer, dass erst vor wenigen Monaten 5000 Menschen mit ihrer Unterschrift die Petition "Frischluft und Naherholung sichern" unterstützt haben. Die Liste wurde Ende vergangenen Jahres Landrat Stefan Löwl (CSU) überreicht. Man habe dem Landrat ausführlich die Frischluftsituation zwischen den großen Landkreisgemeinden erläutert. "Es sollte eigentlich klar sein, dass es nicht angehen kann, ... ein Müllzentrum an der Würm zu schaffen." So etwas gehöre in ein Gewerbegebiet.

Heller betont jedoch ausdrücklich, dass der BN grundsätzlich die Idee zu einem Recyclinghof, zu dem auch ein Repair-Café und ein Second-Hand-Verkauf gehören sollen, "hervorragend" findet. Allerdings stört sich der BN daran, dass sich in der Nähe in der Augustenfelder Straße eine Abfallsammelstelle befindet, die vom Arbeitskreis Umweltschutz und Entwicklungshilfe e.V. ehrenamtlich betrieben wird. Ihre Erlöse werden für gemeinnützige Projekte verwendet. Heller fürchtet, dass die große Konkurrenz des Landkreises das kleine Projekt kaputt macht. Das Konzept des Landkreises hat der Umweltausschuss des Stadtrates im Mai gebilligt. Allerdings liegt noch kein Bauantrag vor. Heller appelliert an die Stadt, den Recyclinghof an dieser Stelle zu verhindern.