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Dachau:Großes Graffiti-Festival am Wochenende

Die wandhohen Gemälde am MD-Gebäude entlang der Freisinger Straße sind übermalt. Von heute an entstehen neue.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Der Verein "Outer Circle" ruft zur gemeinsamen Kunstproduktion in Dachau auf.

Die Zeiten, in denen Graffiti als bloße Schmiererei abgetan wurde, sind längt vorbei. In Dachau bewundern Passanten sei mehreren Jahren die Wandgemälde am ehemaligen MD-Gebäude entlang der Freisinger Straße. Der junge Dachauer Verein "Outer Circle" ist dafür künstlerisch und organisatorisch verantwortlich. Seit einigen Tagen sind die Gemälde in der Freisinger Straße hinter einer grau-blauen Wand verschwunden. In den sozialen Medien wurde schon skeptisch gemutmaßt, dass sich hier ein neuer Kunstskandal anbahne. Doch weit gefehlt.

Denn an diesem Freitag, 21. Juli, bis zum Sonntag, 23. Juli, startete eine überregionale Graffito-Aktion, in die sich zahlreiche Kulturvereine bis hin zur altehrwürdigen Künstlervereinigung Dachau einbinden lassen. Wesentlicher Bestandteil des Festivals sind die Wände entlang der MD-Papierfabrik. Hier wird einer von drei Workshops stattfinden. Er trägt den Titel "Home without borders" (Samstag, 22. Juli, 12 bis 15 Uhr an der MD-Papierfabrik in der Ostenstraße). Alle, die Spaß an Spraydosen haben, dürfen mitmachen. Ein Kinderkunst-Workshop (Freitag, 21. Juli, 16 bis 19 Uhr und Samstag und Sonntag, 22. und 23. Juli, jeweils von 14 bis 18 Uhr) wird in der Thoma-Schule stattfinden. Außerdem bietet die KVD-Druckwerkstatt einen Buch- und Siebdruck-Workshop in der Brunngartenstraße 5 an (Samstag 14 bis 19 Uhr). Wie die Organisatoren mitteilen, sind Anmeldungen für die Workshops nicht nötig.

Der Dachauer Verein strebt mit dieser mehrtägigen Aktion eine Vernetzung der unterschiedlichen Graffiti-Gruppierungen in der Region München an. Die Gruppe von Sprühern um Adrian Till hat den Outer-Circle-Verein erst kürzlich gegründet, um dieses Festival zu initiieren. Sie orientieren sich am Augsburg Pendant "Die Bunten", das selbständige künstlerische Tätigkeiten im öffentlichen Raum fördern will.

Fast nur positive Rückmeldungen

Um das Projekt zu stemmen, hat Adrian Till Mitstreiter in Dachau gefunden: den Freiraum e.V., der ein selbstverwaltetes Jugendzentrum führt, den Echo e.V. für Kunst- und Theaterpädagogik, den Förderverein Wasserturm und die Ludwig-Thoma-Schule, dazu die Künstlervereinigung Dachau (KVD) und mehrere Galerien wie die kommunale Neue Galerie, Frank Donaths Kleine Altstadtgalerie und die Galerie Cara.

Gespannt ist Adrian Till auf die Resonanz in Dachau: "Wenn alles gut klappt, kann ich mir durchaus vorstellen, das Festival jährlich stattfinden zu lassen." Adrian ist selbständiger Fassadengestalter und zudem freischaffender Künstler. Der 21-Jährige ist schon mal erleichtert, "dass Rückmeldungen aus Dachau auf seine Sprühaktionen fast ausschließlich positiv ausfallen". Los geht das Festival am Freitag um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber Spenden werden gerne angenommen. Was soll man mitbringen? Adrian Till sagt: "Gute Laune und eine Kamera, um alles dokumentieren zu können."

© SZ vom 21.07.2017/gsl
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