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Dachau:Gelebte Toleranz

Schulerweiterung

Für Landrat Stefan Löwl ist eine Teilnahme an dem Projekt für mehr Weltoffenheit selbstverständlich.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Der Landkreis Dachau wird "weltoffene Kommune". Karlsfeld und Dachau beteiligen sich schwerpunktmäßig an dem Projekt

Der Landkreis hat es getan: Am vergangenen Mittwoch hat Landrat Stefan Löwl (CSU) eine Kooperationsvereinbarung zum bundesweiten Projekt "Weltoffene Kommunen - Vom Dialog zum Zusammenhalt". Das Modellprojekt ist Teil des Nationalen Integrationsplans und hat zum Ziel, Städte und Gemeinden bei ihrem Engagement für Weltoffenheit, Toleranz und ein gutes Zusammenleben zu stärken. Durchgeführt wird es von dem Analyse- und Beratungshaus Phineo und der Bertelsmann-Stiftung mit Unterstützung der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration. Projektverantwortliche vor Ort ist die Integrationsbeauftragte des Landkreises Dachau, Aferdita Pfeifer.

Ziel dieses Modells ist es, dass bundesweit rund 40 Kommunen innerhalb von zwei Jahren den "Selbstcheck Weltoffene Kommune" durchführen. Anhand dieses Selbstchecks könnten, so heißt es in einer Pressemitteilung, Verwaltung und Zivilgesellschaft eine Einschätzung dazu treffen, "wie es bei ihnen vor Ort um die aktuelle Situation hinsichtlich der Integrationsarbeit steht". Daran anschließend würden Workshops folgen, welche die Anhaltspunkte aus dem Fragebogen aufgreifen und im weiteren Verlauf die Kommunen dabei unterstützen sollen, "die lokale Integrations- und Vielfaltpolitik und die Bedürfnisse aller Menschen noch besser aufeinander abzustimmen", heißt es weiter. Die Erfahrungen aus dem Landkreis Dachau sollen dann wiederum anderen Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

"Integrations- und Diversitätsarbeit spielt seit vielen Jahren eine wichtige Rolle im Landkreis Dachau, und es ist für mich daher selbstverständlich, dass der Landkreis Dachau an diesem Modellprojekt teilnimmt", sagte Landrat Löwl in einem Auftaktgespräch, das coronabedingt online stattfand. "Mit Karlsfeld haben wir eine Gemeinde im Landkreis, welche durch sämtliche Integrationsphasen in den vergangenen 70 Jahren massiv geprägt wurde und die auch aktuell einen deutlich überdurchschnittlichen Beitrag bei der Unterbringung und Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen leistet, und auch die Stadt Dachau steht hier als Gedenk- und Erinnerungsort in einem besonderen Fokus." Daher sollten diese beiden größten Landkreiskommunen auch als sogenannte Schwerpunktkommunen im Projekt direkt eingebunden und beteiligt werden, so Löwl. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) bestätigte die Bereitschaft der Stadt Dachau, sich aktiv an dem Projekt zu beteiligen wollen: "Als Gedenk- und Erinnerungsort folgt die Stadt damit ihrer Verpflichtung zur Stärkung der Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit." Auch Stefan Handl (CSU), zweiter Bürgermeister der Gemeinde Karlsfeld, äußerte sich mit Blick auf die Erfahrungen und Herausforderungen positiv zu dem Projekt. Weitere Landkreisgemeinden sollen ebenfalls noch im Prozess mit eingebunden werden. "Dadurch würden die regionale Besonderheit unseres sowohl städtisch als auch ländlich geprägten Landkreises widergespiegelt werden", sagte Landrat Löwl.

© SZ vom 22.09.2020 / SZ

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