bedeckt München 30°

Dachau/Fürstenfeldbruck:Netz an Rettungswachen wird erweitert

Schwerer Unfall an der Waldkreuzung

Der Landkreis Dachau profitiert von einem neuen Rettungswagen in der benachbarten Gemeinde Jetzendorf.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

In der Gada und in Jetzendorf gibt es künftig neue Stellplätze für Einsatzwagen. Der Zweckverband reagiert so auf die steigende Zahl an Alarmen

Von Andreas Ostermeier, Dachau/Fürstenfeldbruck

Die Zahl der Notrufe und Einsätze von Rettungswagen nimmt zu. Deshalb soll das Netz von Rettungswachen erweitert und die Zeiten, zu denen Einsatzwagen zur Verfügung stehen, ausgedehnt werden. Diese Veränderungen sieht ein Gutachten vor, dessen Ergebnisse von den Vertretern des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung beschlossen worden ist. Für den Landkreis Fürstenfeldbruck bedeutet dies, dass es in Mammendorf einen neuen Stellplatz für einen Rettungswagen geben wird. Der bisherige Stellplatz in Geiselbullach wird ins benachbarte Gewerbegebiet "Gada" verlegt, das zur Gemeinde Bergkirchen (Landkreis Dachau) gehört. Auf diese Weise wird das BRK in Gröbenried unterstützt.

Auch in den Landkreisen Dachau, Landsberg und Starnberg, die neben Fürstenfeldbruck dem Zweckverband angehören, werden neue Stellplätze für Rettungswagen eingerichtet. So gibt es eine neue Wache in Gilching, die rund um die Uhr besetzt sein soll. Die Wache in Seefeld soll nach Herrsching verlegt werden. Außerdem profitiert der Landkreis Dachau von einem neuen Rettungswagen in Jetzendorf (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm). Diese soll den Krankenwagen in Markt Indersdorf unterstützen. Letzterer war bislang für das gesamte Hinterland zuständig. Doch es hat sich mehrfach herausgestellt, dass der Einsatzwagen nicht ausreicht. Vor allem Petershausen und Vierkirchen zogen oft den Kürzeren.

An mehreren Standorten werden zudem die Wochenstunden, an denen Rettungswagen bereitstehen, ausgeweitet. So soll die Nachtlücke in Fürstenfeldbruck geschlossen werden. Das bedeutet, dass die beiden an der Wache stationierten Wagen rund um die Uhr einsatzbereit sind. Auch der zweite Einsatzwagen an der Wache in Starnberg soll künftig länger verfügbar sein als bislang, ebenso der Rettungswagen, der in Windach (Landkreis Landsberg) stationiert ist.

Der Mammendorfer CSU-Landtagsabgeordnete und Zweckverbandsrat Benjamin Miskowitsch zeigte sich nicht überzeugt von der Stundenkürzung, die Germering betrifft. Es soll deshalb geprüft werden, ob die neue Regelung Nachteile für die einwohnerstärkste Kommune im Landkreis Fürstenfeldbruck hat.

Nicht auf Skepsis, sondern auf die ungeteilte Zustimmung von Miskowitsch stößt dagegen der neue Rettungswagen in Mammendorf. Durch den hinzukommenden Stellplatz würden Lücken in der rettungsdienstlichen Versorgung des Landkreiswestens geschlossen, sagt der Landtagsabgeordnete. Die neuen Stellplätze, so heißt es in der Vorlage für die Verbandsversammlung, sollen frühestens im ersten Halbjahr 2021 in Betrieb gehen. Ein Grund dafür sind die Vorschriften für die Ausschreibungen.

Erweitert wird aber nicht nur das Netz der Rettungswachen, auch die Leitstelle bekommt ein neues Zuhause. Das soll im Gewerbegebiet von Gernlinden (Gemeinde Maisach) liegen. Der Zweckverband will dort ein Grundstück mit der Größe von 5000 Quadratmetern erwerben und bebauen. Der Neubau ist nach den Worten von Verbandsgeschäftsleiter Bernd Brach notwendig, weil die bisherige Integrierte Leitstelle in Fürstenfeldbruck zu klein geworden ist.

Zudem mache auch die technische Neuausrüstung den Umzug in ein neues Gebäude nötig, sagt Brach. Für die Planung des neuen Domizils werde deshalb neben dem Architekten auch ein technischer Fachplaner zu Rate gezogen. Mit einer Fertigstellung des Gebäudes ist laut Brach aber keinesfalls vor 2023 zu rechnen.

Zum Wachstum des Zweckverbands passt auch der Haushalt für das laufende Jahr. Auch er ist im Vergleich zum Vorjahr größer geworden, um 800 000 Euro, wie der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin (CSU) sagte. Der Zuwachs liege aber nicht am Zweckverband, Grund dafür seien höhere Personalkosten sowie nötige Ausgaben für eine Erneuerung der Technik.

Das bestätigt auch Bernd Brach. Ein Gutteil der zusätzlichen Ausgaben sei der Zulage geschuldet, die die Mitarbeiter wegen der höheren Lebenshaltungskosten im Raum München erhalten. Einen solchen Zuschuss zu den Einkommen leistet sich die Landeshauptstadt, der Landkreis Fürstenfeldbruck und der Zweckverband wollten da nicht zurückstehen. Zudem ist die Technik in der Leitstelle in die Jahre gekommen. Als Beispiel nannte Brach die Server, die erneuert werden müssten.

An der Spitze des Zweckverbands gibt es Kontinuität und Verjüngung. Fürstenfeldbrucks Landrat Karmasin wurde von der Versammlung erneut zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist der neue Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU).

© SZ vom 08.07.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite