Erinnerungskultur„Es ist bewegend, dass sich mein jüdischer Körper hier sicher fühlt“

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Als die „Women in White“ vor dem Internationalen Mahnmal von Nandor Glid an der KZ-Gedenkstätte in Dachau ankommen, ist das für viele der jüdischen und deutschen Teilnehmerinnen ein besonderer Moment.
Als die „Women in White“ vor dem Internationalen Mahnmal von Nandor Glid an der KZ-Gedenkstätte in Dachau ankommen, ist das für viele der jüdischen und deutschen Teilnehmerinnen ein besonderer Moment. Jessica Schober

In Weiß gekleidet wandern Frauen die Todesmarsch-Route in umgekehrter Richtung nach Dachau: Mit dabei sind Nachfahrinnen von KZ-Überlebenden aus den USA und von deutschen NS-Tätern. Gemeinsam wollen die „Women in White“ Friedensarbeit leisten, die über Worte hinausgeht.

Von Jessica Schober, Dachau

Ein Kreis hat sich geformt. Ein Dutzend weiß gekleidete Frauen fassen sich an den Händen. Sie summen, die meisten haben die Augen geschlossen. Die Februarkälte kriecht unter ihre hellen Wollstulpen und Mäntel. Und doch strahlen sie etwas Friedvolles aus. Sie stehen vor dem Internationalen Mahnmal von Nandor Glid auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau. Ihre Körper frieren. Manche dieser Körper sind jüdisch. Sie stammen ab von Opfern des Nationalsozialismus. Manche dieser Körper sind deutsch. Sie stammen ab von ranghohen Nazioffizieren. Und doch reichen diese Frauen sich die Hände. 80 Jahre nachdem hier auf dem Appellplatz die Lagerinsassen strammstehen mussten, bis manche von ihnen tot umfielen. Katie Loncke erinnert sich an ein Zitat ihrer Großmutter: „Mit kalten Händen und warmen Herzen – so stehen wir hier“, sagt sie und lächelt mit einem gütigen Blick in die Runde.

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